Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Wellenkraftwerk geht ans Netz

06. Apr 2004 10:21
Pelamis wird an seinen Standort geschleppt.
Testphase für eine Riesenschlange: Eine 750-Tonnen-Maschine soll aus der Bewegungsenergie von Meereswellen Strom erzeugen.

In Schottland wird noch diesen Monat ein Unterwasser-Wellenkraftwerk ans Netz gehen. Das Kraftwerk besteht aus Segmenten, die sich schlangenförmig mit dem Wellengang im Ozean bewegen.

500 Haushalte

Mehr in der Netzeitung:
In fünfzig bis sechzig Meter Tiefe, fünf bis zehn Kilometer vor der Küste sei die Energieausbeute am größten, zitiert die Agentur Pressetext ein Mitteilung des Unternehmens «Ocean Power Delivery Ltd» (OPD). Der Prototyp «Pelamis» (griechisch: Seeschlange) besteht aus vier Segmenten, die über Scharniere verbunden sind. Pelamis ist 120 Meter lang und wiegt etwa 750 Tonnen.

Hydraulische Motoren, die sich nahe der Scharniergelenke befinden, setzen die Bewegungsenergie in elektrische um. Durch den Wellengang werden Kolben in Gang gesetzt, die Hydraulikflüssigkeit in einen Behälter pumpen. Diese Flüssigkeit treibt Generatoren an. Der erzeugte Strom wird durch ein Kabel zum Festland geleitet. Die Leistung des Kraftwerks beträgt etwa 750 Kilowatt, was dem Stromverbrauch von 500 Haushalten entspricht, heißt es in der Mitteilung weiter.

«Dies ist der weltweit erste Test eines Unterwasser-Wellenkraftwerks in voller Größe», sagt der OPD-Projektleiter Richard Yemm. Gegenüber der Windkraft habe die Wellenkraft den Vorteil, dass sie konstanter sei. Doch selbst einem Jahrhundertsturm könne das Kraftwerk notfalls standhalten.

Sauber, aber teuer

Mehr im Internet:
Nach Berechnungen des internationalen Weltenergierates in London könnten Wellenkraftwerke fünfzehn Prozent des weltweiten Strombedarfs decken. Geeignete Standorte in Europa seien die Küsten Großbritanniens, Spaniens, Portugals, Irlands und Norwegens. In Schottland könnten bis zum Jahr 2020 rund vierzig Prozent des Strombedarfs auf diese Art hergestellt werden. Zukünftig sollen mehrere dieser Maschinen in Wellenfarmen auf etwa einem Quadratkilometer Fläche genug Strom für 20.000 Haushalte liefern.

Weitere derartige Projekte werden derzeit in einem Fjord in Dänemark und im Bristol-Kanal durchgeführt. Bislang kostet der Wellenstrom bis zu zehn Cent pro Kilowattstunde. Der Preis ist damit etwa doppelt so hoch wie der von Windenergie. Die Wellenkraftwerks-Betreiber hoffen den Preis innerhalb der nächsten zehn Jahre auf vier Cent senken und damit dem von Kohle und Gas angleichen zu können. (nz)

 
Drucken
Versenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
  •  Berlin 21°
  •  Hamburg 17°
  •  Köln 20°
  •  Frankfurt 24°
  •  Stuttgart 19°
  •  München 18°
Aus anderen Ressorts
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zur NZ-Jobsuche
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.