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Viagra könnte der Zeugungsfähigkeit schaden

01. Apr 2004 12:59
Viagra-Packung
Spermien von Männern, die das Potenzmittels Viagra eingenommen haben, könnten ihre Fähigkeit zur Befruchtung verlieren. Unklar ist, ob diese Laborergebnisse auf den Menschen übertragbar sind.

Eine Studie der Queen's University in Belfast kommt laut einem Bericht der BBC zu dem Ergebnis, dass die männliche Zeugungsfähigkeit durch die Einnahme von Viagra massiv beeinträchtigt wird. Das Potenzmittel behindert demnach eine chemische Reaktion, die nötig sei, damit ein Spermium die weibliche Eizelle befruchten kann.

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Die Eizelle verfügt über eine schützende Hülle. Sie muss von einem ankommenden Spermium «aufgeweicht» werden, damit es ins Innere eindringen und damit den Chromosomensatz komplettieren kann. Nachdem ein Spermium mit der Eizelle verschmolzen ist, schließt sich normalerweise die Hülle wieder, um eine Mehrfachbefruchtung zu verhindern.

Beschleunigte Akrosom-Reaktion

Dieser biologisch notwendige Vorgang werde nach Angaben der irischen Forscher gestört. Viagra beschleunige die so genannte Akrosom-Reaktion, bei der ein Enzym freigesetzt wird, mit dem das Spermium die Hülle der Eizelle angreift.

Spermien, bei denen dieser Prozess vollständig abgelaufen ist, nennt man «reagiert». Treffen solche Samenzellen auf das Ei, verfügen sie an ihrer Außenhaut – dem so genannten Perforatorium – nicht mehr über genügend Enzyme, um die Eihülle zu «knacken», erklärt der BBC-Bericht.

Familienplanung besser ohne Viagra

Bei Experimenten mit 45 verschiedenen Spermien-Proben hätten die Forscher ermittelt, dass in mit Viagra behandelten Proben 79 Prozent mehr Spermien im «reagierten» Zustand vorlägen, also kaum noch zur Befruchtung tauglich sind. «Wir wollen Menschen darüber aufklären, dass man mit der Einnahme von Viagra vorsichtig sein sollte, wenn man eine Familie gründen will», sagte die Wissenschaftlerin Sheena Lewis.

Ihr Kollege David Glenn kritisierte die Praxis von Kliniken, die In-Vitro-Fertilisation anbieten, ihren männlichen Patienten Viagra zu verabreichen: Dies sei in mehr als der Hälfte aller derartigen Einrichtungen in Großbritannien Praxis.

Spermien sind empfindlich

Der Generalsekretär der «Europäischen Gesellschaft für Sexualmedizin», John Dean, bemängelte allerdings in der BBC die mangelnde Aussagekraft der Studie. Da Spermien höchst sensibel reagierten, wenn sie sich außerhalb ihrer natürlichen Umgebung befänden, könne man aus den Laborergebnissen der Studie kaum Rückschlüsse auf den menschlichen Organismus ziehen.

«In den fünf Jahren, in denen Viagra auf dem Markt ist, wurde bislang kein insgesamt nachteiliger Effekt auf die Zeugungsfähigkeit beobachtet», sagte Dean dem britischen Sender: «Paare mit Kinderwunsch sollten dies berücksichtigen.»

 
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