Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Studie: Acrylamid verursacht keinen Brustkrebs

30. Mrz 2004 10:43
Frittiert wird bei Temperaturen, bei denen beispielsweise in Kartoffeln Acrylamid entsteht.
Das in einigen Lebensmitteln enthaltene Acrylamid gilt als krebserregend. Forscher haben jetzt die Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko untersucht.

Im Jahr 2002 alarmierte ein Befund schwedischer Wissenschaftler Verbraucher: Frittiertes oder heiß Gebackenes kann den krebserregenden Stoff Acrylamid in hoher Konzentrationen enthalten. Doch das Lebensmittelgift scheint weniger gefährlich zu sein als vermutet.

«Keine Krebsepidemie»

Mehr in der Netzeitung:
Der Verdacht das Acrylamid, das beim Erhitzen stärke- und aminosäurehaltiger Lebensmittel über 120 Grad Celsius entstehen kann, das Brustkrebs-Risiko erhöht, hat sich nicht bestätigt. «Die durchschnittliche Acrylamid-Aufnahme ist bei Frauen, die an Brustkrebs erkranken, genau so hoch wie bei Frauen, die nicht erkranken», zitiert der Online-Dienst des Magazins «Nature» Lorelei Mucci.

Die Medizinerin von der US-Amerikanischen Harvard University in Boston, Massachusetts, leitete ein Team, dass Daten von rund 50.000 schwedischen Frauen auswertete. Der Acrylamid-Konsum der Studienteilnehmerinnen hatte demnach keine Auswirkung auf die Entstehung eines Mamakarzinoms.

Wie Mucci jetzt auf dem Jahreskongress der American Chemical Society berichtete, ist das Risiko einer Krebserkrankung durch das Lebensmittelgift in den Dosen, die Menschen durchschnittlich aufnehmen, gering. In einer ähnlichen Studie hatte Mucci bereits im vergangenen Jahr nachgewiesen, dass die Substanz auch das Risiko von Darm-, Nieren- oder Blasenkrebs nicht erhöht. «Niemand sagt, dass dadurch eine Krebsepidemie ausgelöst werden wird», sagte Mucci.

Geringere Dosis

Mehr im Internet:
Diese Befürchtung war entstanden, als ein schwedisches Forscherteam um Leif Busk von der Stockholms universitet im April des Jahres 2002 an die Öffentlichkeit trat. Die Forscher hatten in Lebensmitteln Acrylamid-Konzentrationen nachgewiesen, die den Grenzwert der Weltgesundheits-Organisation deutlich, um bis zu das 500-fache, überschritten.

In Tierversuchen mit Ratten hatte die Substanz Magentumoren ausgelöst, daher gilt sie als «wahrscheinliches menschliches Karzinogen». Die Versuchstiere hatten jedoch die reine Substanz in hoher Dosis erhalten. Daher können die Ergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragen werden, der die Substanz in geringerer Dosis mit der Nahrung aufnimmt. (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Wetter-Probleme beim Anflug: 
«Endeavour» nimmt Umweg über Kalifornien
25 Jahre «Spacelab»: 
Weltraumjubiläum für Europa
 
UN-Klimakonferenz in Poznan: 
«Wir haben keine Zeit zu verlieren»
Alte Wetterdaten decken auf: 
Chinesen könnten von Klimawandel profitieren
 
Stammzellentherapie in Hannover: 
Arzneimittelfabrik im Kopf
 
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.