26.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Anopheles-Mücken sind in den meisten Fällen die Überträger der Malaria auf Menschen.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Moskitos können die Malaria erregenden Parasiten auf den Menschen übertragen. Forscher haben nun Wege gefunden, die Übertragung zu blockieren.
Moskitos der Art Anopheles gambiae sind die Hauptüberträger der Malaria auf den Menschen. Doch ein Teil der Moskitos ist für den Transport der parasitischen Plasmodien zum menschlichen Wirt nicht geeignet. Forscher wollen sich diese Eigenschaft zunutze machen, um den Übertragungskreislauf zu unterbrechen.
Übertragung blockiertMike Osta, George Christophides, Fotis Kafatos vom
European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg haben vier Proteine der Moskitos identifiziert, die das Wachstum der Plasmodien im Verdauungstrakt der Insekten beeinflussen. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science» berichten, sind zwei der Proteine, genannt
TEP1 und
LRIM1 Teil des Immunsystems der Moskitos und tragen dazu bei, die einzelligen Parasiten abzutöten.
Doch nicht alle Moskitos verfügen über gleich wirksame Varianten der Proteine. Bei den Malaria-übertragenden Moskitos fanden die Forscher eine TEP1-Variante, die anders als bei den Nicht-Überträgern nicht an die Plasmodien binden und deren Zerstörung bewirken kann. Würde die wirksame Variante des Proteins stärker unter der Moskito-Population verbreitet, könnte die Übertragung blockiert werden, sagen die Forscher.
Uralte PlageBei den beiden anderen Proteinen,
CTL4 and
CTLMA2 handelt es sich dagegen um Substanzen, die das Wachstum der Plasmodien begünstigen, fanden die Wissenschaftler heraus. Ohne diese Proteine konnten sich die Malaria-Erreger nicht entwickeln. «Wenn wir diese Schutzproteine entfernen, wird der Parasit für das Immunsystem angreifbar», sagt Christophides. In den Versuchen starben 97 Prozent der Erreger ab. Es könnten Wirkstoffe entwickelt werden, die diese Proteine hemmen und das Auftreten der Malaria eindämmen, schließen die Forscher.
«Diese Studie ist die erste, die die Fähigkeiten des Moskito-Immunsystems zeigt», sagt Kafatos. Jetzt könnten Möglichkeiten erschlossen werden, die Plasmodien zu bekämpfen, noch bevor sie den Menschen infizieren. Eine «magische Kugel» zur Bekämpfung dieser uralten Plage gebe es allerdings nicht, sagt der Forscher.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind etwa vierzig Prozent der Weltbevölkerung Malaria-gefährdet. Viele der betroffenen Länder in den Tropen und Subtropen gehören zu den ärmsten der Welt. Jährlich werden dort 300 Millionen Menschen infiziert, eine Millionen Menschen erliegen der Krankheit pro Jahr. Meist handelt es sich dabei um Kinder.