netzeitung.deWaldschädlinge haben sich massenhaft vermehrt

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Kupferstecher (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kupferstecher
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der warme Sommer des Jahres 2003 hat Nachwirkungen: Biologen befürchten die stärkste Vermehrung von Schadinsekten seit fünfzig Jahren.

Der Sommer 2003 war außergewöhnlich warm und trocken. Waldbäume werden durch längere Trockenheit nachhaltig geschädigt, viele Waldschädlinge entwickeln sich unter diesen Bedingungen dagegen gut. Da diese Schädlingsmassen nun bereits vorgeschädigte Bäume befallen, sind große Waldschäden zu befürchten.
Kaum Harz
Besonders gute Entwicklungsbedingungen fanden 2003 die Borkenkäfer, teilte die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) am heutigen Donnerstag mit. Etwa der Kupferstecher Pityogens chalcographus brachte 2003 gesunde Altfichten zum Absterben. Diese Bäume seien dann für den Buchdrucker Ips typographus, den gefürchtetsten Borkenkäfer, ein gefundenes Fressen und Ausgangspunkt für explosionsartige Vermehrungen.

Viele der meist nur flach wurzelnden Fichten waren bereits durch die anhaltende Trockenheit nicht in der Lage, ihre Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten. Zudem konnte kaum Harz gebildet werden, die sonst wirksame Abwehr gegen den Borkenkäfer brach zusammen. «So erklärt sich auch, dass viele Bäume bereits bei sehr geringem Käferbefall abgestorben sind», sagt Alfred Wulf vom Institut für Pflanzenschutz im Forst der BBA.
Schädlingsbekämpfung als 24-Stunden-Job
In diesem Jahr ist die Fichte nach Einschätzung der Experten der BBA durch Borkenkäfer extrem gefährdet. Lokal seien sogar Borkenkäferschäden an Lärche, Douglasie und Buche zu befürchten. Das sind Baumarten, die sonst kaum unter diesen Schädlingen zu leiden haben.

Die Bekämpfung der Borkenkäfer sei schwierig. Der Arbeitsaufwand ist enorm, da hier vor allem mechanische Maßnahmen zur Anwendung kommen. Die befallenen Hölzer müssen sofort fachgerecht aufgearbeitet und abtransportiert oder behandelt werden. Es muss verhindert werden, dass sich die Käfer im Wald entwickeln und ihren Brutraum verlassen können. «Bei dem derzeitigen Befall kann das zu einem 24-Stunden-Job für die Forstarbeiter werden», befürchtet Alfred Wulf von der BBA. (nz)