25.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Organismen haben Waffen gegen das HI-Virus. Bei Rhesusaffen wurde ein Protein entdeckt, das die Verbreitung der Virus-DNS verhindert.
Wissenschaftler der Harvard-Universität haben bei Affen ein Protein entdeckt, welches die Ausbreitung des HI-Virus in der Zelle verhindert. Das Wissenschaftsmagazin «Nature» berichtet, bei Rhesusaffen sei eine sehr wirksame Form das Protein Trim5-alpha nachgewiesen worden. Allerdings wirkt dies vor allem gegen das menschliche Virus HIV-1, gegen die Affen-Variante SIV ist es weitaus weniger effektiv.
Auch Menschen produzieren eine Form dieses Stoffes, jedoch ist er bei ihnen gegen HIV-1 nicht so wirksam. Schätzungsweise ein Prozent aller Menschen kann HIV in sich tragen, ohne dass die Krankheit ausbricht.
HI-Viren dringen in Zellen ein und bringen den Zellkern dazu, die Erbinformation des Virus zu kopieren und so neue Viren herzustellen. Die bei den Affen beobachteten Proteine können dies verhindern, da sie die Ummantelung der Zell-DNS davor schützen, vom Virus durchbrochen zu werden.
Wie genau das Protein dies mache, sei nicht klar, berichtet der Leiter der Studie, Joseph Sodroski in «Nature».
Manipulation vorstellbarMöglicherweise könne aber ein Medikament entwickelt werden, welches die Leistungen des beim Menschen vorhandenen Trim5-alpha steigere, so Sodroski. «Nachdem wir nun dieses Protein entdeckt haben, ist es wahrscheinlich, dass wir es manipulieren und seine Wirkungskraft auf diese Weise erhöhen können», schrieb er. «Wir hoffen, so unsere körpereigene Abwehr gegen HIV stärken zu können.»
Bisher ist die Familie der Tripartite Motif-containing-Proteine (Trim) nahezu unbekannt. Es gebe möglicherweise viele virus-resistente Proteine, zumindest legten die Ergebnisse der Harvard-Studie dies nahe, sagte Stephen Goff, Biochemiker an der Columbia University in New York. «Jetzt werden sie schrittweise entdeckt, und hoffentlich werden wir herausfinden, wie sie funktionieren.» (nz)