netzeitung.deLöwenjagd der Nase nach

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Naseweis: Dreijähriges Männchen aus der Serengeti mit weitgehend ungefärbter Nase. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Naseweis: Dreijähriges Männchen aus der Serengeti mit weitgehend ungefärbter Nase.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wie der Schaden an Löwenpopulationen durch Trophäenjagd begrenzt werden kann, haben US-Forscher mithilfe eines Computermodells ermittelt.

Faustregel für Löwenjäger: Um den Nachwuchs der Rudel nicht zu gefährden, sollten nur Löwenmännchen mit dunklen Nasen geschossen werden. Das habe die Simulation einer fünfzigjährigen Löwenjagd ergeben, sagen US-Forscher.
Jagd im Computer
Als Junge haben Löwen rosa- bis graufarbene Nasen. Bei den Männchen dunkeln diese im Laufe der Jahre nach. Im Alter von drei Jahren bilden sich die ersten dunklen Pigment-Flecken. Ein Löwe, dessen Nase zu mehr als fünfzig Prozent dunkel gefärbt ist, hat ein Alter von mindestens fünf Jahren erreicht, sagen Forscher um Karyl Whitman von der University of Minnesota in Saint Paul.

Das Team hat Daten von Löwenpopulationen im Serengeti-Nationalpark und im Nationalpark Ngorongoro-Krater in Tansania, die über vierzig Jahre gesammelt worden waren, in einen Computer eingegeben. Die Forscher simulierten die Folgen verschiedener Abschussquoten für einen Zeitraum von fünfzig Jahren. Wie sie am gestrigen Montag in einem Online-Artikel des Magazins «Nature» berichteten, nähmen die Populationen den geringsten Schaden, wenn nur ältere Männchen geschossen würden.

Lukrativer Löwenschutz
Tiere, die fünf Jahre oder älter sind, hatten bereits die Chance einen Wurf durch das erste Jahr zu bringen. Würden jüngere Männchen geschossen, würden ihre ersten Jungen wahrscheinlich von dem Männchen getötet, dass das Rudel übernimmt. Die Löwenmännchen erhalten so früher Gelegenheit, sich mit den Weibchen zu paaren und eigenen Nachwuchs hervorzubringen.

«Diese ist eine der wenigen Studien, die zeigen, welchen Einfluss die Jagd auf das Verhalten hat», sagt Whitman. Sie weise zudem nach, dass eine nachhaltige Löwenjagd betrieben werden könne. Die damit verdienten Gelder – ein Löwenabschuss bringt den Jagdführern um 30.000 US-Dollar (ca. 24.000 Euro) ein – würden auch zum Schutz der Wildtiere beitragen. Ohne die Jagd würde die lokale Bevölkerung die Löwen weniger tolerieren, sagt Craig Packer, einer der Autoren.

«Wir versuchen, den Konflikt zwischen Jägern und Naturschützern zu entschärfen», sagt Packer. Die Einnahmen der Löwenjagd könnten die Betreiber von Safaris veranlassen, zum Schutz der Tiere beizutragen. Denn würden die Tiere aussterben, bedeutete das das Ende ihres Geschäfts.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier