Mitgefühl kann schmerzhaft sein
Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science» berichten, wurden beim Mitfühlen der schmerzhaften Stimulationen nicht alle Hirnregionen aktiv, die für das Fühlen von Schmerzen zuständig sind. Die Hirnteile, die Schmerz im Körper orten und seine Intensität beurteilen, blieben bei den mitfühlenden Probandinnen inaktiv – so lange sie nicht selbst den Stimulationen ausgesetzt wurden. Allerdings glich das Bild der Hirnaktivität der Beobachterinnen dem des Erwartens eigener Schmerzen. Die Frauen, die nach eigenem Bekunden am stärksten mitfühlten, zeigten dementsprechend auch die größte Aktivität in diesen Hirnregionen.
Empathie, die Fähigkeit mitzufühlen, könne erklären, warum Menschen nicht immer egoistisch sind und bisweilen selbstloses, hilfreiches Verhalten zeigen. Entwickelt habe sie sich wahrscheinlich aus dem System, mit dessen Hilfe Menschen ihre eigenen körperlichen Wahrnehmungen nach außen zeigen, sagen die Forscher. Die angeborene Empathie erlaube es, persönliche Beziehungen zu schaffen und aufrecht zu erhalten und in der sozialen Umwelt zu überleben.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier
