netzeitung.deSchönheits-Konkurrenz im weiblichen Zyklus

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Wettbewerberinnen um den Titel 'Miss Deutschland 2004' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wettbewerberinnen um den Titel 'Miss Deutschland 2004'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wie Frauen Attraktivität beurteilen, scheint von ihrem Hormon-Zyklus abzuhängen. Offenbar ist Konkurrenz unter Frauen an fruchtbaren Tagen größer.

Im Wettstreit um weibliche Gunst setzen Männer auf Aggression und das Präsentieren von Wohlstand oder körperlicher Fitness. Frauen versuchen Mitstreiterinnen dagegen eher mit bissigen Bemerkungen über deren Aussehen auszustechen – und ihr Urteil ist in der fruchtbaren Phase des weiblichen Zyklus offenbar besonders streng.
Möglicher Hormoneinfluss
Maryanne Fisher von der kanadischen York University in Toronto hat 57 weiblichen und 47 männlichen Probanden Porträtfotos von Frauen und Männern vorgelegt. Die Studienteilnehmer sollten die Gesichter nach einer Sieben-Punkte-Skala von «extrem unattraktiv» bis «extrem attraktiv» einordnen.

Sämtliche Probanden stuften die weiblichen Porträts als attraktiver ein, was nach Fisher darauf deutet, dass Schönheit für Frauen einen höheren Stellenwert hat. Während das Urteil der Männer aber weitgehend gleichbleibend war, wurden die weiblichen Attraktivitäts-Einschätzungen vom Menstruationszyklus beeinflusst, fand Fisher. Wie der Online-Dienst des Magazins «Nature» am heutigen Mittwoch berichtet, beurteilten Frauen zwei bis drei Wochen nach ihrer letzten Periode andere Frauen um durchschnittlich einen halben Punkt «unattraktiver».

Die negativen Beurteilungen in der Studie könnten sich im wirklichen Leben in abfälligen Bemerkungen ausdrücken, sagt Fisher. Wie sie in der Zeitschrift «Royal Society Biology Letters» schreibt, sieht sie darin eine Strategie im Konkurrenzkampf um Männer. So könnte ein erhöhter Östrogen-Spiegel dazu führen, dass Frauen eher versuchen Mitstreiterinnen auf diese Weise auszustechen. Um zu überprüfen, inwieweit das Hormon das Urteil beeinflusst, will Fisher in einer weiteren Studie Speichelproben der Probandinnen nehmen und seine Konzentration messen. (nz)