netzeitung.deAntibiotika-Einnahme könnte Brustkrebs fördern

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Krebszelle aus einem Brusttumor (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Krebszelle aus einem Brusttumor
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Frauen, die häufig mit Antibiotika behandelt werden, sind stärker Brustkrebs-gefährdet. Unklar ist, ob die Mittel selbst die Krankheit fördern.

Häufige und lang anhaltende Antibiotika-Einnahme scheint die Entwicklung von Brustkrebs zu begünstigen. Darauf deutet eine Studie an mehr als 10.000 Frauen. Welches Mittel eingenommen wird, hat offenbar keinen Einfluss auf das Risiko.
Ursache oder Folge
Mediziner um Christine Velicer von der US-amerikanischen University of Washington in Seattle haben den Zusammenhang der antibakteriellen Mittel und der nach Hautkrebs häufigsten Krebserkrankung von Frauen untersucht. Sie werteten die Krankengeschichte der Probandinnen aus durchschnittlich 17 Jahren aus. Bei 2226 der Frauen entwickelte sich in dieser Zeit ein Brusttumor, 7953 Frauen ohne Brustkrebs-Erkrankung bildeten die Kontrollgruppe.

Wie die Mediziner in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Journal of the American Medical Association» berichten, war das Brustkrebs-Risiko bei Frauen, die während der Untersuchungszeit an 500 oder mehr Tagen Antibiotika eingenommen hatten, gegenüber Frauen, die keine Antibiotika eingenommen hatten, mehr als doppelt so hoch. Frauen, die die Mittel über einen kürzeren Zeitraum eingenommen hatten, erkrankten mit einer um etwa die Hälfte erhöhten Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs. Alle Klassen von Antibiotika seien mit diesem erhöhten Risiko verbunden, berichten die Mediziner.

Unklar ist bislang, ob die Brustkrebs-Erkrankungen Folge der Antibiotika-Einnahme waren, oder ob beide eine gemeinsame Ursache haben. «Es könnte sein, dass bei Frauen, die häufig Antibiotika nehmen, andere Prozesse im Körper ablaufen, die Brustkrebs verursachen», sagte Velicer dem Online-Dienst der BBC. So könnte etwa ein schwaches Immunsystem oder ein hormonelles Ungleichgewicht sowohl den Antibiotika-Bedarf als auch das Brustrisiko erhöhen. Der Zusammenhang der antibakteriellen Mittel zum Krebsrisiko müsse daher in weiteren Studien untersucht werden, schließen die Forscher. (nz)