Denguefieber breitet sich in Indonesien aus
17.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Fast 100 Menschen sind in Indonesien innerhalb weniger Tage an Denguefieber gestorben. Tausende wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Schuld ist der starke Regen der vergangenen Wochen.
Die Tropenkrankheit Denguefieber breitet sich in Asien aus. In Indonesien sind binnen weniger Tage 91 Menschen daran gestorben. Tausende in Jakarta und weiteren Teilen Ost-Javas haben sich mit der Krankheit infiziert, wie das indonesische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte.
4500 Personen seien bereits ins Krankenhaus eingeliefert worden. Im vergangenen Jahr waren es den Angaben nach nur die Hälfte. Die Behörden befürchten deshalb, dass es sich auch um eine neue Form des Denguefiebers handeln könnte. «Wir führen Untersuchungen durch, um herauszufinden, warum das Virus so stark zu sein scheint», sagte Dr. Rita Kusriatuti vom indonesischen Gesundheitsministerium. «Es ist sehr gefährlich.»
Alle fünf bis sechs JahreGesundheitsbeamte in Jakarta vermuten, dass der starke Regen der vergangenen Wochen dazu geführt hat, dass sich so viele Menschen krank wurden. Denguefieber wird von Moskitos übertragen, die bei feuchter Witterung besonders rasch vermehren.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könne die erhöhte Infektionsrate auch mit dem zyklischen Charakter des Virus' zusammenhängen. «Denguefieber verursacht alle fünf oder sechs Jahre eine höhere Todesrate», sagte Steven Bjorge, Mitarbeiter der WHO in Jakarta.
Fast 100 Millionen InfektionenDies hänge damit zusammen, dass viele Menschen nach einem großen Ausbruch immun seien. Nach fünf Jahren sei aber eine neue Generation herangewachsen, die noch keine Antikörper in sich trage. Deshalb seien unter den Infizierten auch viele Kinder.
Die WHO schätzt, dass sich weltweit jedes Jahr fast 100 Millionen Menschen mit Denguefieber infizieren. Ungefähr fünf Prozent von ihnen sterben. Die Krankheitssymptome umfassen Fieber, Gliederschmerzen, Hautausschlag und im schlimmsten Fall innere Blutungen. Denguefieber tritt vor allem in tropischen Gebieten auf. (nz)