netzeitung.deSupercomputer für die deutsche Forschung

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Schwarze Monolithen: Die Rechenknoten des neuen Supercomputers in einer eigens gebauten Maschinenhalle. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schwarze Monolithen: Die Rechenknoten des neuen Supercomputers in einer eigens gebauten Maschinenhalle.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Europas schnellster Computer steht in Deutschland. Das Forschungszentrum Jülich nahm jetzt den neuen Höchstleistungsrechner in Betrieb.

Am Forschungszentrum Jülich hat am gestrigen Montag ein neuer Computer seine Arbeit aufgenommen. Der IBM-Rechner ist der schnellste Europas. Neben den Jülicher Wissenschaftlern sollen 100 Forschergruppen aus ganz Deutschland Gelegenheit erhalten, mit dem Supercomputer zu arbeiten.
Neun Billionen Rechenoperationen
Im weltweiten Vergleich belege der neue Computer unter den zivilen Großrechnern Platz 6, teilte das Forschungszentrum Jülich am gestrigen Montag mit. Er soll zukünftig vor allem mathematische Modelle berechnen. Die Forscher versuchen auf diese Weise Antworten auf Fragen wie die nach der Entstehung schwarzer Löcher oder der Verteilung von Schadstoffen im Grundwasser zu beantworten. Die notwendige Rechenkapazität für komplexe Simulationen liefert der neue Rechner.

«Das wissenschaftliche Rechnen hat die Arbeit der Naturwissenschaftler revolutioniert», sagt Thomas Lippert, Leiter des Jülicher Zentralinstituts für Angewandte Mathematik. Sie seien jetzt nicht mehr allein auf Experiment und Theorie angewiesen, um zu Ergebnissen zu gelangen. Seinen Vorgänger übertreffe der neue Computer an Rechengeschwindigkeit um mehr als das Zehnfache, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Computer besteht aus 41 Rechnerknoten mit insgesamt 1312 Prozessoren. Er erreicht eine Spitzenleistung von nahezu neun TeraFlops – fast neuntausend Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Sein Arbeitsspeicher ist 5,2 TeraByte groß. Ein schnelles Netzwerk verbindet die 41 Knoten zu einem einheitlichen Gesamtsystem. Beim Jülicher IBM-Computer wird diese Technologie erstmals in dieser Größenordnung eingesetzt.

Die Hälfte der Rechenkapazität des neuen Jülicher Supercomputers nutzen Wissenschaftler des Forschungszentrums und der Industrie, die andere Hälfte wird bundesweit durch das John von Neumann-Institut für Computing an Projekte aus Wissenschaft und Forschung vergeben. (nz)