netzeitung.deHühner brauchen mehr als Platz

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Hühnerhaltung auf einem Bioland-Betrieb (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hühnerhaltung auf einem Bioland-Betrieb
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Käfighaltung von Masthühnern wird unter anderem wegen der Enge kritisiert. Für die Tiergesundheit scheinen jedoch andere Faktoren wichtiger zu sein.

Britische Forscher haben untersucht, von welchen Bedingungen die Gesundheit von Masthühnern abhängt. Offenbar leiden die Tiere in der Massenhaltung weniger unter Platzmangel, als weithin angenommen wird. Die Studie stellt damit infrage, inwieweit neue EU-Richtlinien tatsächlich der Tiergesundheit zugute kommen.
Huhn pro Quadratmeter
Die Forscher um Marian Stamp Dawkins von der britischen University of Oxford haben die Haltungsbedingungen in Zusammenarbeit mit zehn Hühnerfleisch produzierenden Betrieben bewertet. Jeder Betrieb stellte zwei Gebäude für die Studie zur Verfügung. Die Forscher konnten so die Haltung von insgesamt 2,7 Millionen Hühnern bei fünf verschiedenen Besatzdichten zwischen 30 und 46 Kilogramm Huhn pro Quadratmeter, das sind zwischen 12 und 18 Tiere, untersuchen.

Neben der Sterblichkeit, der Konzentration eines Stresshormons im Mist und dem Verhalten der Tiere bewerteten sie deren Gesundheit, vor allem anhand des Zustands der Beine und der Lauffähigkeit. Als äußere Faktoren wurden in den Ställen Temperatur, Feuchtigkeit, Luftqualität und Verschmutzung durch Mist berücksichtigt.

Stallklima entscheidet
Wie die Zoologen in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, hatte die Besatzdichte geringeren Einfluss auf das Überleben der Tiere als die Feuchtigkeit und die Luftqualität. Einen Zusammenhang der Sterblichkeit sowie der Zahl der Tiere, die aus gesundheitlichen Gründen gekeult werden mussten, zur Besatzdichte haben sie nicht feststellen können.

In den dichtest besetzten Ställen wuchsen die Tiere zwar langsamer und behackten sich mehr. Die Sterblichkeit und die Konzentration der Stresshormone waren jedoch unter schlechten klimatischen Bedingungen am höchsten. Dazu gehörten auch die Mistfeuchtigkeit und die Ammonium-Konzentration in der Luft – Bedingungen, die vor allem von der technischen Ausstattung der Ställe abhängen.

Gesetzliche Vorschriften zur Hühnerhaltung dürften nicht alleine die Besatzdichte berücksichtigen, schließen die Forscher. Diese beeinflusse zwar das Wohlbefinden der Tiere, sei aber für sich – innerhalb gewisser Grenzen – weniger wichtig als andere Faktoren in der Umwelt der Vögel. Begrenzungen könnten zwar große Auswirkungen auf die Hühnerfleisch produzierenden Betriebe haben, das Ziel, die Haltungsbedingungen zu verbessern, aber verfehlen.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier