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Fossilien aus «dunkler Epoche»
Afrikas gefunden

04. Dez 2003 10:12
Illustration: das heute ausgestorbene Arsinoitherium. Zum Vergleich ist ein durchschnittlich großer Mann abgebildet.
Vor etwa dreißig Millionen Jahren waren Afrika und die arabische Halbinsel noch von Eurasien getrennt. Neue Fossilien belegen die Vielfalt der großen Landsäuger dieser Zeit.

In Äthiopien hat ein internationales Forscherteam etwa 27 Millionen Jahre alte Fossilien gefunden. Die Zeit von vor 32 bis vor 24 Millionen Jahren galt bislang als «dunkle Epoche» in der Evolutions-Geschichte der afrikanischen Säugetiere. Die neuen Funde sind die frühesten Belege einiger Tierarten während andere in den Gesteinsschichten ihre letzten Spuren hinterließen.

Isolierte Erdteile

Mehr in der Netzeitung: Fossilien in Äthiopien
Paläontologen um John Kappelman von der University of Texas in Austin haben eine neue Art der Gattung Arsinoitherium entdeckt. Die Nashörnern ähnlichen Tiere erreichten eine Schulterhöhe von etwa 2,1 Metern und trugen ein doppeltes Horn. Die in der Region Chilga des äthiopischen Hochlandes ausgegrabenen Fossilien sind die jüngsten dieser Tierart. Die Arsinoitherien dieser Zeit waren die größten und wahrscheinlich die letzten ihrer Art, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science».

Die Dynamik der Tierpopulationen dieser Periode sei lange weitgehend unbekannt gewesen, sagt Kappelman. Zwischen Afrika und der arabischen Halbinsel hatte sich das Rote Meer noch nicht aufgetan. Von andern Landmassen waren die Erdteile dagegen durch Ozeane getrennt.

Ahnen der Elefanten

Der Ausgrabungsort
Die Paläontologen haben auch Hinweise darauf gefunden, dass sich Elefanten wahrscheinlich ausschließlich in Afrika entwickelten. Sie entdeckten fünf verschiedene Probosciden – Rüsseltiere, die nur entfernt mit den heutigen Elefanten verwandt sind. Von diesen Tieren hatte man angenommen, dass sie bereits ausgestorben waren.

Doch offenbar lebten sie noch zur gleichen Zeit wie die Vorfahren der Elefanten in Afrika. Vom Deinotherium, einem heute ausgestorbenen Rüsseltier mit zwei nach unten weisenden Stoßzähnen, entdeckten sie am Fundort die ältesten bekannten Fossilien.

Kappelman hat mit Kollegen von anderen US-amerikanischen Hochschulen sowie Paläontologen von der Addis Abeba University und dem äthiopischen National Museum die offen liegenden 27 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten auf Satellitenaufnahmen gefunden. Das Untersuchungsgebiet liegt in etwa 2000 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Der Boden besteht aus Basaltgestein, das vor etwa dreißig Millionen Jahren als Lava aus dem Erdinnern an die Oberfläche quoll. Die Fossilien stammen aus den Gesteinsschichten oberhalb des Basalts.

 
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