netzeitung.deSchnecken bauen Pilze an

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Littoraria-irrorata-Schnecke auf ihrer Futterpflanze (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Littoraria-irrorata-Schnecke auf ihrer Futterpflanze
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Pilzanbau war im Tierreich bislang nur von Insekten bekannt. Doch offenbar sind auch Schalentiere Pilzgärtner - und kontrollieren auf diese Weise ihren Lebensraum.

Meeresschnecken, die sich vom Gras auf Marschwiesen ernähren, legen dabei offenbar Pilzkulturen an. Die Pilze dienen den Schalentieren als Nahrung und ihre Verbreitung begrenzt das Wachstum des Grases.
Schnecke, Gras und Pilz
Brian Silliman und Steven Newell von der Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island haben Marschwiesen und Populationen der SchneckenartLittoraria irrorata entlang der atlantischen US-Küste untersucht. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences» berichten, profitieren beide Organismen in dem Lebensraum von der Anwesenheit des anderen.

Die Schnecken fressen mit einer Art Raspelzunge Streifen in die Halme des Grases. Auf ihrem Weg durch ihr Futter streifen sie Pilzsporen ab, die an ihrer Haut haften. Die Pilze können in dem offen gelegten Blattinnern und mit den Nährstoffen aus dem Schneckenmist besonders gut wachsen. Den Schnecken bietet sich – gleichsam im Gegenzug – beim nächsten Besuch des Halms ein üppigeres Mahl. Die Tiere seien für ihr Wachstum sogar auf die Pilzkost angewiesen, sagen die Forscher.

Im Labor gehaltene Schnecken, die nur mit Gras gefüttert wurden, wuchsen deutlich weniger und hatten eine geringere Lebenserwartung als Artgenossen, die Gras und Pilz erhielten. Silliman und Newell schließen daraus auf die Gegenseitigkeit der Beziehung zwischen Schalentier und Pilz. Benachteiligt wird einzig die Futterpflanze. Sie wächst in Abwesenheit des Pilzes deutlich schneller. (nz)