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UN entwickelt Überlebensplan für Menschenaffen

26. Nov 2003 10:22
Berggorilla im Virunga-Nationalpark in der Republik Kongo
Menschenaffen sind weltweit bedroht. Auf einer UN-Konferenz sollen jetzt Schutzmaßnahmen für Schimpanse, Bonobo, Orang-Utan und Gorilla erörtert werden.

Am heutigen Mittwoch beginnt in Paris eine Konferenz zum Schutz der Menschenaffen. Vertreter der 23 Länder, in denen es noch Gorillas, Orang-Utans, Bonobos und Schimpansen gibt, treffen mit Naturschutz-Organisationen und Wissenschaftlern zusammen.

Wilderer, Tierhändler und Krieg

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Die Konferenz findet im Rahmen des Great Apes Survival Project (Grasp) des UN-Umweltprogramms Unep und der Unesco statt. Bis Freitag soll ein Überlebensplan für die bedrohten Arten erarbeitet werden. Unep-Direktor Klaus Töpfer forderte auf einer Pressekonferenz am Dienstag Soforthilfen in Höhe von 25 Millionen Dollar (21,1 Mio. Euro). Doch dieser Betrag entspreche nur der Rettung eines Sterbenden mit Wasser und Brot, zitiert die Agentur AFP den ehemaligen bundesdeutschen Umweltminister.

Nach Angaben der Unep wird der Lebensraum der Affen bis 2030 auf ein Zehntel seiner jetzigen Ausdehnung schrumpfen. Die Waldgebiete würden durch Straßen- und Bergbau sowie menschlichen Siedlungen zerstört. Die Tiere sind in ihrem Lebensraum durch Wilderer, Tierhändler und Krieg bedroht. Ohne Hilfsprogramme werden sie in spätestens 50 Jahren ausgestorben sein, so die Unep-Prognose.

Waldmenschen ohne Lebensraum

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In den afrikanischen Staaten Benin, Gambia und Togo etwa seien Schimpansen bereits ausgestorben. In Ghana ist der Bestand nach Angaben der Unesco auf drei- bis fünfhundert Tiere geschrumpft, im Senegal auf zwei- bis vierhundert und in Guinea-Bissau auf weniger als zweihundert.

Die Zahl der Berggorillas im Dreiländereck Uganda, Ruanda und Kongo ist auf etwa 600 gesunken. Die Tiere sind vor allem durch Wilderer und Bürgerkrieg dezimiert worden. Auch in Südostasien, dem Verbreitungsgebiet des «Waldmenschen» Orang-Utan, gebe es nur noch wenige Gebiete, in denen die Tiere «relativ ungestört» leben könnten.

Im Rahmen des Grasp wird die Entwicklung der natürlichen Lebensräume der Affen mit Satelliten-Aufnahmen verfolgt. Zukünftig sollen strengere Kontrollen in den betroffenen Gegenden durchgeführt werden. Daneben unterstützt das Projekt Maßnahmen zur Armutsbekämpfung in den Gebieten. (nz)

 
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