25. Nov 2003 10:21
Hamstern in grauer Vorzeit: Fossile Nüsse in ungewöhnlicher Anordnung haben Bonner Paläontologen im Tagebaugebiet bei Garzweiler entdeckt.
Fossile Überreste des Sammlers konnten die Paläontologen um Carole Gee nicht entdecken. Doch anhand der Lage der mehr als 1200 Nüsse konnten sie Rückschlüsse auf die Größe des Baus und die Form seiner Gänge ziehen. «Der Bau stammt mit Sicherheit von einem Nagetier, und zwar am wahrscheinlichsten von einem großen Hamster oder möglicherweise einem Erdhörnchen», berichtet Gee in der Zeitschrift «Palaeontology».Der Fund aus dem frühen Miozän zeugt von den Bedingungen, die damals herrschten. Wie die Universität am gestrigen Montag mitteilte, lag der Fundort damals im hinteren Dünenbereich einer Meeresküste. Er war wahrscheinlich von Sträuchern und Blumen bewachsen, worauf zahlreiche fossile Wurzeln deuten. Die Nüsse stammen von einer Baumart, die heute nur noch an der nordamerikanischen Pazifikküste und in Ostasien vorkommt und die mit der südeuropäischen Esskastanie verwandt ist.
Das Klima war während des Miozäns wärmer als heute. Doch die meisten heute lebenden Nagetiere legen nur dann Nahrungsvorräte an, wenn sie sich auf Hungermonate einstellen müssen – zum Beispiel in Regionen mit strengen Wintern oder Trockenzeiten. «Vielleicht deuteten die prall gefüllten Speisekammern bereits den klimatischen Wechsel zu ausgeprägteren Jahreszeiten an», sagt Gee. (nz)