Polio-Impfung könnte Krankheit verbreiten
Wie Forscher von der russischen Moscow State University heraus gefunden haben, entstanden aus dem im OPV enthaltenen Virus nach Einstellung der sowjetischen Programme neun neue Stämme. Mehr als ein Drittel der ungeimpften Kinder seien diesen mutierten Erreger-Stämmen ausgesetzt worden, die sich weiterhin schnell veränderten, berichten die Forscher im Magazin «Journal of Virology».
Experten der Weltgesundheits-Organisation, die die so genannte «Global Polio Eradication Initiative» betreibt, sind sich des Problems bewusst. Ein Ausbruch der Krankheit in der Dominikanischen Republik und Haiti im Jahr 2000 konnte bereits auf das OPV zurück geführt werden. Ähnliche Vorfälle haben sich später auch auf den Philippinen und Madagaskar sowie in Ägypten ereignet.
Wie die Impfprogramme nach der Ausrottung des natürlichen Virus beendet werden sollen, ist bislang unklar. Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßige Impfungen die Überlebensrate des Impf-Virus begrenzen. In Kuba etwa, wo alle sechs Monate geimpft wird, ist der Erreger drei Monate nach dem letzten Impftermin nicht mehr nachzuweisen, da zu wenige Kinder Infektions-empfänglich sind. (nz)
