Erste patienteneigene Tumorbank eröffnet
16. Nov 2003 16:35
 | Brustkrebszelle | Foto: University of Medicine & Dentistry of New Jersey |
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An Kliniken in Kassel und Augsburg ist die weltweit erste patienteneigene Tumorbank eingerichtet worden. Sie soll die Heilungschancen bei Brustkrebs verbessern.
Die weltweit erste patienteneigene Tumorbank ist am Wochenende an den Kliniken Kassel und Augsburg eingerichtet worden. Damit wird die Erforschung neuer Therapien gefördert.
Zugleich sollen sich die Heilungschancen von Brustkrebs-Patientinnen bei einem Rückfall erhöhen. Dann könnten die Ärzte das bei minus 152 Grad tief gefrorene Tumorgewebe auftauen und neu entwickelte Therapien daran zeitnah testen, berichtete Ursula Goldmann-Posch von der Stiftung «Patient Tumorbank of Hope» (Path) am Sonntag.
Ärzte streiten um Tumorgewebe
Bislang stritten sich Ärzte immer wieder um das Tumorgewebe, berichtete Goldmann-Posch. Denn nicht jeder habe Zugriff auf die Tumorzellen.Während an großen Krankenhäusern oft das Krebsgewebe entsorgt werde, hätten besonders Grundlagenforscher, die nicht an Kliniken arbeiteten, Probleme, an solche Zellen zu gelangen. Auch Pharmafirmen benötigen ständig neues Tumorgewebe, um daran neue Behandlungen und Medikamente testen zu können.
Patientinnen dürfen selbst entscheiden
Mit der patienteneigenen Tumorbank können nun die Patientinnen selbst entscheiden, welche Forschung gefördert und mit Tumorgewebe versorgt werde. Ein Expertengremium sowie Patienten sollen die Tumorgewebevergabe an Forscher prüfen.Für die Zukunft ist geplant, dass Brustkrebspatientinnen in ganz Deutschland ihren Tumor auf Wunsch einfrieren lassen können. Das Angebot ist kostenfrei.
Tumor muss Mindestgröße haben
Nur der Kurier, der das Gewebe zur Tumorbank bringt, muss bezahlt werden. Außerdem ist nicht jeder Tumor zum Einfrieren geeignet: Er muss eine bestimmte Mindestgröße haben. (nz)