06. Nov 2003 10:23
In einigen Ländern scheinen Bemühungen um die Naturerhaltung nicht zu fruchten. Doch viele Artenschützer vermuten die Probleme offenbar an der falschen Stelle.
«Wenn das Geld nicht durchkommt, wird es nicht helfen, mehr Geld zu schicken», sagt Robert Smith. Ein Team um den Biologen von der britischen University of Kent in Canterbury hat die Länderwerte eines Korruptions-Index des internationalen Vereins Transparency International mit dem dortigen Artenreichtum verglichen.Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Korruption und Umweltzerstörung. Auf dem afrikanischen Kontinent schlage sich die Bestechlichkeit vor allem im Verlust von Wäldern und dem Rückgang von Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) und Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis) nieder.
In schlecht regierten Länder sei der Verlust am größten, berichten die Forscher. Sie nennen etwa den Sudan und Äthiopien. Die Bestechlichkeit untergrabe internationale Handels-Beschränkungen mit gefährdeten Arten. «Oftmals sind die einzigen Menschen, die den Gemeinden etwas für ihre Ressourcen anbieten diejenigen, die sie zerstören», sagte Dick Rice von der Organisation Conservation International dem Onlinedienst von «Nature».Die eigentlichen Probleme würden oft nicht erkannt, da die in den Projekten arbeitenden Biologen zumeist nach biologischen Ursachen suchten. Doch Naturschützer müssten erkennen, dass für ihre Tätigkeiten die Gesetze eines Marktes gelten, sagt Rice. Das Team um Smith empfiehlt, die Mitarbeiter der Naturschutz-Organisationen in den Ländern gut zu bezahlen, auszubilden und zu motivieren. Die Attraktivität unlauterer Geld-Angebote würde dann sinken.