netzeitung.dePolio-Impfung in Nigeria gestoppt

 Herausgeber: netzeitung.de

Freiwillige bei einer Polio-Impfaktion in Nigeria. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Freiwillige bei einer Polio-Impfaktion in Nigeria.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In West- und Zentralafrika sind rund 15 Millionen Kinder Polio-gefährdet. Doch geistliche Führer haben eine Impfaktion in Nigeria jetzt gestoppt.

In Nigeria droht eine Ausbreitung der Kinderlähmung. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat den westafrikanischen Staat daher zum Zentrum ihres Impfprogramms gemacht. Doch in drei Provinzen des Landes wurde die Immunisierungs-Kampagne jetzt gestoppt.
Gefährliche Gerüchte
In Kano, Kaduna und Zamfara haben islamische Führer die Sicherheit der oralen Impfung infrage gestellt, berichtet der Onlinedienst des britischen Senders BBC am heutigen Montag. Es müssten Berichte geprüft werden, nach denen der Impfstoff mit Anti-Fruchtbarkeitsmitteln, HIV und krebsauslösenden Viren verseucht sei, sagte der Arzt Datti Ahmed, Vorsitzender des nigerianischen Obersten Rates für islamisches Recht.

David Heymann, Leiter des Polio-Programms der WHO, sagte dem Onlinedienst, dass die Impfung ungefährlich sei. Die Gerüchte über Verseuchungen wies er zurück. Das Vakzin sei das gleiche, das auch andernorts eingesetzt würde. Heymann warnt, dass sich die Krankheit in Nigeria durch die Verzögerung des Impfprogramms ausbreiten könnte. Auch anliegende, bislang Polio-freie Staaten seien gefährdet. Weitere Fälle sind nach Angaben der WHO bereits in Burkina Faso, Ghana, Niger und Togo aufgetreten.

Polioviren werden vor allem mit verseuchten Nahrungsmitteln oder Getränken übertragen und gelten als sehr ansteckend. Gefährdet sind vor allem Kinder unter drei Jahren, die bleibende Lähmungen davontragen können. Die WHO hat sich das Ziel gesetzt, die Krankheit mit Immunisierungs-Programmen bis zum Ende des Jahres 2004 auszurotten. Doch durch den Ausbruch in Nigeria seien fünfzehn Millionen Kinder in der Region gefährdet, teilte die WHO in der vergangenen Woche mit.

Für das Web ediert von Patrick Eickemeier