netzeitung.deKaffee und Cannabis beschleunigen Spermien

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Menschliche Spermien (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Menschliche Spermien
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Männliche Kaffeetrinker sind nach einer aktuellen Studie fruchtbarer als Abstinenzler. Cannabis könnte Spermien dagegen «ausbrennen» lassen.

Männer, die regelmäßig Kaffee trinken, haben aktivere Spermien als Abstinenzler. Koffein könnte demnach zur Behandlung unfruchtbarer Männer eingesetzt werden.
Kaffee stimuliert Keimzellen
Mediziner um Fabio Pasqualotto von der Universidade de São Paulo haben die Spermien von 750 Männern untersucht, die sich einer Vasektomie unterziehen wollten. Das ist eine Operation zur Unfruchtbarmachung, bei der ein Teil des Samenleiters entfernt wird. Wie die Online-Ausgabe des britischen Magazins «New Scientist» am gestrigen Dienstag berichtete, stellten die Mediziner einen Zusammenhang der Spermien-Qualität zum Kaffeekonsum der Patienten fest.

Die Spermien-Konzentration und die Hormonspiegel im Sperma waren bei allen Männern gleich. Doch offenbar sind die Keimzellen der Kaffeetrinker beweglicher als die der Abstinenzler. Ob es sich um einen starken Kaffeekonsumenten handele, der mehr als sechs Tassen täglich trinkt, oder einen moderaten, habe keinen Einfluss auf die Spermien, berichteten die Forscher auf dem Kongress der American Society for Reproductive Medicine (ASRM). Sie schlagen vor, Koffein zur Behandlung unfruchtbarer Männer einzusetzen.

«Richtung Unfruchtbarkeit»
Das so genannte Delta-9-Tetrahydro-Cannabinol (THC), die psychoaktive Substanz in Cannabis, scheint Spermien ebenfalls zu beschleunigen. Dieses Forschungsergebnis ist ebenfalls auf dem Kongress der ASRM vorgestellt worden. Doch die Keimzellen schwämmen zu früh zu schnell, sagen die Mediziner um Lani Burkman von der University at Buffalo. Die Keimzellen würden «ausbrennen» bevor sie die Eizelle erreichen und befruchten können.

«Die aktiven Inhaltsstoffe von Cannabis machen etwas mit den Spermien und die Zahlen gehen Richtung Unfruchtbarkeit», sagt Burkman. Regelmäßige Cannabis-Konsumenten hätten weniger Samenflüssigkeit und eine insgesamt niedrigere Spermienanzahl als Nicht-Konsumenten. Ursache ist wahrscheinlich eine Bindung der THC-Moleküle an die Cannabinoid-Rezeptoren der Spermien. Dadurch würden die Spermien zu früh aktiviert oder Hemmmechanismen überbrückt und das richtige Timing zur Befruchtung verpasst.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier