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Sonar könnte Wale stranden lassen

09. Okt 2003 12:04
Massenstrandung von Pilotwalen in Australien
Sonar-Peilungen könnten für Wal-Strandungen verantwortlich sein. Biologen fordern strengere Auflagen – das US-Militär eine Lockerung der Bestimmungen.

Der US-amerikanische Kongress erwägt die Bestimmungen zum militärischen Einsatz von Hochleistungs-Sonargeräten im Ozean zu lockern. Doch offenbar können die akustischen Peilungen Wale verletzen und stranden lassen.

Taucherkranke Meeressäuger

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  • Offenbar können Wale entgegn den bisherigen Vermutungen an der Taucherkrankheit leiden. Darauf deuten Befunde von gestrandeten Tieren, deren inneren Organe von großen Gasblasen geschädigt waren. Ein Forscherteam um Paul Jepson vom britischen Institute of Zoology in London vermutet, dass die Entstehung der Gewebeschädigungen mit dem Sonar-Einsatz bei militärischen Übungen zusammen hängt.

    Die Biologen haben zehn von vierzehn Walen untersucht, die im vergangenen Jahr an Stränden der Kanarischen Inseln Fuerteventura und Lanzarote verendet waren. Die ersten der Tiere waren nur vier Stunden nach dem Beginn eines internationalen Marine-Manövers unter spanischer Leitung gestrandet. Bei der Übung war ein Mittelfrequenz-Sonar eingesetzt worden.

    Innere Verletzungen

    Mehr im Internet:
    Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, könnten die Tiere – gestört durch das Sonar – zu schnell von einem Tauchgang aufgestiegen sein. Durch den dabei schnell nachlassenden Druck, könnte sich in ihrem Gewebe gespeicherter Stickstoff ausgedehnt haben, was zu den Verletzungen der Leber und anderer innerer Organe führte.

    Es handele sich nicht um die ersten Fälle von Blasen-geschädigten Meeressäugern, schreiben die Zoologen. Bei in Großbritannien zwischen 1992 und 2003 gestrandeten Tieren seien ebenfalls bis zu sechs Zentimeter messende Hohlräume in den inneren Organen gefunden worden. Einige davon waren von härterem Gewebe umschlossen, was auf ein größeres Alter der Verletzungen schließen lässt.

    Derartige innere Verletzungen bei Meeressäugern, die nicht von Bakterien infiziert sind, seien neu für die Zoologie, sagen die Forscher. Nach ihrer Auffassung könnte das Sonar Verhaltensstörungen verursachen, die zu der Taucherkrankheit führen. Vor allem tief tauchende Arten seien gefährdet, da sie besonders viel Stickstoff in ihrem Gewebe speichern. Die Biologen fordern, die Ergebnisse ihrer Studie bei der Regulierung des Sonar-Einsatzes mit einzubeziehen.

     
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