Sonar könnte Wale stranden lassen
09.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Biologen haben zehn von vierzehn Walen untersucht, die im vergangenen Jahr an Stränden der Kanarischen Inseln Fuerteventura und Lanzarote verendet waren. Die ersten der Tiere waren nur vier Stunden nach dem Beginn eines internationalen Marine-Manövers unter spanischer Leitung gestrandet. Bei der Übung war ein Mittelfrequenz-Sonar eingesetzt worden.
Es handele sich nicht um die ersten Fälle von Blasen-geschädigten Meeressäugern, schreiben die Zoologen. Bei in Großbritannien zwischen 1992 und 2003 gestrandeten Tieren seien ebenfalls bis zu sechs Zentimeter messende Hohlräume in den inneren Organen gefunden worden. Einige davon waren von härterem Gewebe umschlossen, was auf ein größeres Alter der Verletzungen schließen lässt.
Derartige innere Verletzungen bei Meeressäugern, die nicht von Bakterien infiziert sind, seien neu für die Zoologie, sagen die Forscher. Nach ihrer Auffassung könnte das Sonar Verhaltensstörungen verursachen, die zu der Taucherkrankheit führen. Vor allem tief tauchende Arten seien gefährdet, da sie besonders viel Stickstoff in ihrem Gewebe speichern. Die Biologen fordern, die Ergebnisse ihrer Studie bei der Regulierung des Sonar-Einsatzes mit einzubeziehen.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

