Literatur-Nobelpreis geht an J.M. Coetzee
02.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
John Maxwell Coetzee
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt den Nobelpreis für Literatur an den Südafrikaner John Maxwell Coetzee. Der reagierte «völlig überrascht». Thema: Nobelpreis für Literatur 2003 Würdigung des Nobelpreisträgers J.M. Coetzee: Chronist der Apartheid
Der diesjährige Nobelpreis für Literatur geht an den südafrikanischen Romanautor John Maxwell Coetzee. Dies teilte die Königliche Schwedische Akademie am Donnerstagmittag in Stockholm mit.
Coetzee wurde von der Auszeichnung «völlig überrascht», wie er in einer Erklärung sagte, die am Donnerstag auf der Internetseite der Universität von Chicago veröffentlicht wurde. Er habe am frühen Morgen in einem Telefonanruf aus Stockholm davon erfahren. «ich war mir noch nicht einmal bewusst, dass die Entscheidung überhaupt anstand», sagte der Romanautor, der derzeit an der Universität von Chicago lehrt.
Komitee: Coetzee ist «gewissenhafter Zweifler»Das Komitee begründete die Entscheidung damit, dass Coetzee ein «gewissenhafter Zweifler» sei, «schonungslos in seiner Kritik der grausamen Vernunft und der kosmetischen Moral der westlichen Zivilisation». Er erhalte die Auszeichnung unter anderem, weil er «in zahlreichen Verkleidungen die überrumpelnde Teilhabe des Außenseitertums» dargestellt habe. Der Variationsreichtum in Coetzees Werk sei groß, er verfertige nie zwei Bücher nach demselben Rezept.
Coetzee erhielt in den vergangenen Jahren mehrere internationale Auszeichnungen. Zwei Mal wurde er mit dem renommierten Booker Prize geehrt, 1999 für sein Werk «Disgrace» (dt. «Schande») und 1983 für «Life and Times of Michael K.» (dt. «Leben und Zeit des Michael K.»).
Das letzte Mal erhielt 1991 mit Nadine Gordimer eine Südafrikanerin den Literaturnobelpreis. Er ist in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotiert. (nz)