20.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Computersimulation des möglichen Yeti
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der sagenumwobene Yeti im Himalaya ist eigentlich ein banaler Braunbär. Das will ein japanischer Experte herausgefunden haben - mit Methoden der Dialektforschung.
Ein japanischer Himalaja-Forscher will mit den Methoden der Dialektforschung der zählebigen Legende vom Yeti endgültig den Garaus machen. Der mysteriöse Schneemensch tappe seit Jahrzehnten als reines Hirngespinst durch die Erfahrungsberichte von Bergsteigern, sagte Makoto Nebuka vom Japanischen Bergsteigerverband am Samstag in Tokio.
Doch die abenteuerlustigen Alpinisten irrten, betonte Nebuka: Wer überzeugt sei, auf dem Dach der Welt eines der geheimnisvollen Zottelwesen gesehen zu haben, könne es allenfalls mit einem Himalaja-Braunbären (Ursus Arctos) zu tun gehabt haben.
«Yeti» statt «Meti»Die Verwechslung begründete der Experte mit einer Lautverschiebung. Der Begriff «Yeti» sei eine dialektale Abwandlung des Wortes «Meti», mit dem die Himalajavölker in Tibet, Nepal und Bhutan die Bären bezeichnen.
In den Legenden der Einheimischen, die große Furcht vor Bären hatten, sei der Meti zum Yeti geworden - zu einem Grauen erregenden, übernatürlichen, mythisch aufgebauschten Wesen. «Ob es einem gefällt oder nicht: Die romantische Jagd auf diese Kreatur geht ihrem Ende entgegen, und ich bin sehr zufrieden, das Ungewisse ins Gewisse zu kehren», sagte Nebuka.
Suchexpedition zur Umkehr aufgerufenDer Japaner beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit zwölf Jahren mit dem Yeti-Phänomen. Doch das Ergebnis seiner Recherchen sei ernüchternd: «Die Wirklichkeit ist selten so schlimm, wie man sie sich vorstellt.»
Nebuka rief eine kürzlich in den Himalaja aufgebrochene Yeti-Suchexpedition zur Umkehr auf: «Es ist ja in Ordnung, sein eigenes Geld für seine Träume auszugeben, aber es ist wirklich falsch, dafür Geld von anderen Leuten zu sammeln.» (nz)