Stress verschlimmert Multiple Sklerose
19.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Patienten, die an Multipler Sklerose leiden, sind durch Stress besonders gefährdet. Die psychische Belastung kann die Symptome verstärken.
Anhaltender Stress kann zu verschiedenen Krankheiten wie etwa Infektionen beitragen. Offenbar sollten sich Menschen, die an Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind, besonders gut davor schützen. Beunruhigende Ereignisse können den Krankheitsverlauf beschleunigen.
Krankheit in SchübenNiederländische Mediziner von der
Erasmus Universiteit in Rotterdam haben den Krankheitsverlauf von 73 MS-Patienten über zweieinhalb Jahre verfolgt. Sie besuchten die Erkrankten regelmäßig im Abstand von acht Wochen. Zudem untersuchten sie die Probanden, wenn die Symptome einer Infektion oder eine andersartige Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes meldeten. Die Patienten waren zudem aufgefordert, wöchentlich Stress-Erlebnisse aufzuzeichnen, die nicht mit ihrer Krankheit zusammenhingen.
Wie die Mediziner jetzt in der aktuellen Ausgabe des Magazins «British Medical Journal» berichten, erlebten die Patienten insgesamt 457 Stress-Situationen, die über die Belastung durch ihre Krankheit hinausgingen. Dazu gehörten beruflicher Stress, finanzielle Probleme oder der Verlust eines nahen Verwandten. In der Untersuchungszeit verschlechterte sich der Gesundheitszustand von 56 der Patienten schubweise 134 Mal und 57 Patienten berichteten über insgesamt 136 Infektionen.
Die Forscher schlossen aus diesen Werten, dass Stress das Risiko eines Krankheitsschubes verdoppelt. Die Infektionen schienen dagegen unabhängig von der psychischen Belastung aufzutreten. Warum Stress die Multiple Sklerose fortschreiten lassen kann, ist bislang unklar. Ihre Studie ergänze aber die spärlichen Informationen, die Patienten und Medizinern über diese schwer berechenbare Krankheit vorliegen, schließen die Mediziner. (nz)