netzeitung.deEntwickler der Wasserstoff-Bombe gestorben

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Edward Teller 2002 bei der Verleihung einer ungarischen Auszeichnung. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Edward Teller 2002 bei der Verleihung einer ungarischen Auszeichnung.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Edward Teller war maßgeblich an den Erfindungen der Atom- und der Wasserstoffbombe beteiligt. Jetzt starb er im Alter von 95 Jahren.

Der Atomphysiker Edward Teller ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Der Mitbegründer des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) erlag am gestrigen Dienstag in seinem Haus auf dem Campus der Stanford University in Kalifornien den Folgen eines Schlaganfalls.
«Schwierige Entscheidungen»
Noch vor zwei Monaten hatte US-Präsident George W. Bush Teller mit der «Presidential Medal of Freedom» geehrt. Für den Physiker war die Anerkennung seines Lebenswerks durch die Auszeichnung «ein Segen», wie er in einer Mitteilung des LLNL zitiert wird. «In meinem langen Leben musste ich einige schwierige Entscheidungen treffen», hatte Teller als Reaktion auf die Verleihung gesagt. Er habe oft daran gezweifelt, das Richtige getan zu haben.

Teller wurde 1908 in der ungarischen Hauptstadt Budapest geboren. Er studierte Chemie in Karlsruhe und anschließend Physik in München und Kopenhagen. 1930 promovierte er an der Universität Leipzig in Physik. Nach der Machtübernahme der Nazis emigrierte der Jude Teller zunächst nach Kopenhagen, später nach London und schließlich in die USA. 1934 heiratete Teller Augusta Maria Harkanyi, die im Jahr 2000 verstarb.

Bedauern der Opfer
Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Teller unter Leitung von Robert Oppenheimer im Los Alamos National Laboratory am «Manhattan Project», der Entwicklung der Atombombe. Von 1949 bis 1950 entwickelte er die Wasserstoffbombe, deren zerstörerische Kraft nicht auf der Spaltung von Atomen, sondern deren Fusion beruht. Diese Arbeit brachte ihm den Beinamen «Vater der Wasserstoffbombe» ein, den er sein Leben lang abgelehnt haben soll.

Teller war von 1952 an der führende Nuklearforscher am LLNL. 1977 trat er offiziell von seinem Amt als Forschungsdirektor zurück. Für seine Forschungsarbeit wurde er mit einer Reihe von Preisen geehrt. Edward Teller veröffentlichte in seinem Leben Bücher zu Themen wie der Verteidigung im Kriegsfall und Fragen der Energiepolitik.

In seinen im Jahr 2001 veröffentlichten Memoiren «Eine Reise in Wissenschaft und Politik im Zwanzigsten Jahrhundert» schreibt Teller, dass er die Todesopfer und die Verletzten zutiefst bedauere, die die Atombomben forderten. Doch die beste Erklärung dafür, warum er die Arbeit an den Waffen nicht bedauere, zitiert die Agentur AP aus dem Buch, sei eine Frage: «Was, wenn wir das nicht getan hätten?»


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier