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Drogenprobleme nach Aufmerksamkeits-Defizit

18. Aug 2003 09:47
Bewegungstherapie für hyperaktive Kinder
Zappelphilipp in der Risikogruppe: Hyperaktive Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit haben als Teenager häufiger Drogenprobleme.

Kinder mit einer Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) sind stärker gefährdet, Alkohol- oder andere Drogenprobleme zu entwickeln. Nach einer aktuellen Studie greifen sie als Teenager früher und häufiger zur Flasche als andere.

Häufigere Trunkenheit

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Brooke Molina von der University of Pittsburgh und William Pelham von State University of New York in Buffalo haben die Entwicklung einer Gruppe von Kindern mit ADHS und einer Gruppe von Kindern ohne die Störung zurück verfolgt. Die Forscher interviewten 142 Teenager zwischen dreizehn und achtzehn, die als Kinder gegen die Störung behandelt worden waren.

Sie befragten die Probanden nach ihrem Alkohol- und Tabakkonsum und ob sie andere Drogen probiert hatten. Zum Vergleich diente eine Gruppe von 100 ähnlich alten Jugendlichen, bei denen im Kindesalter keine ADHS vorgelegen hatte.

Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Abnormal Psychology» berichten, gaben die Befragten aus der ADHS-Gruppe deutlich häufiger an, über die Maßen Alkohol konsumiert zu haben. Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten sich fast doppelt so viele der Teenager mit zurückliegender ADHS im halben Jahr vor der Befragung mehr als einmal betrunken.

Medikamente und Psychotherapie

Mehr im Internet:
Der Anteil der Teenager, die schon einmal Marihuana geraucht hatten, war in beiden Gruppen etwa gleich groß. Doch die Wahrscheinlichkeit mit der die Befragten auch andere Drogen probiert hatten, war in der ADHS-Gruppe dreifach erhöht. Diese Teenager waren beim ersten Konsum von Marihuana oder anderen Drogen zudem deutlich jünger als ihre Altersgenossen aus der Kontrollgruppe.

Insgesamt gaben elf Prozent der ADHS-Probanden an, zwei oder mehr illegale Substanzen häufig konsumiert zu haben. In der Kontrollgruppe betrug dieser Anteil dagegen nur drei Prozent. Offenbar kann das Ausmaß der ADHS als Maßstab für das Risiko von Drogenproblemen dienen. Je schwerer die Störung, um so wahrscheinlicher ist der spätere Substanzen-Missbrauch, schließen die Forscher.

Die ADHS ist eine der häufigsten Störungen bei Kindern. Sie tritt bei drei bis fünf Prozent der Kinder im Schulalter und deutlich häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von medikamentöser und Psycho-Therapie. (nz)

 
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