Drogenprobleme nach Aufmerksamkeits-Defizit
18.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Sie befragten die Probanden nach ihrem Alkohol- und Tabakkonsum und ob sie andere Drogen probiert hatten. Zum Vergleich diente eine Gruppe von 100 ähnlich alten Jugendlichen, bei denen im Kindesalter keine ADHS vorgelegen hatte.
Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Abnormal Psychology» berichten, gaben die Befragten aus der ADHS-Gruppe deutlich häufiger an, über die Maßen Alkohol konsumiert zu haben. Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten sich fast doppelt so viele der Teenager mit zurückliegender ADHS im halben Jahr vor der Befragung mehr als einmal betrunken.
Insgesamt gaben elf Prozent der ADHS-Probanden an, zwei oder mehr illegale Substanzen häufig konsumiert zu haben. In der Kontrollgruppe betrug dieser Anteil dagegen nur drei Prozent. Offenbar kann das Ausmaß der ADHS als Maßstab für das Risiko von Drogenproblemen dienen. Je schwerer die Störung, um so wahrscheinlicher ist der spätere Substanzen-Missbrauch, schließen die Forscher.
Die ADHS ist eine der häufigsten Störungen bei Kindern. Sie tritt bei drei bis fünf Prozent der Kinder im Schulalter und deutlich häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von medikamentöser und Psycho-Therapie. (nz)

