01.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Delikatesse und Jagdtrophäe: der Weiße Hai.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Weiße Hai, eines der meistgefürchteten Raubtiere der Welt, ist durch Bejagung bedroht. Mit einem Gentest wollen Forscher seinen Schutz verbessern.
Haifischflossen sind in Asien, aber auch andernorts, als Nahrungsmittel begehrt. Die Bestände einiger Haiarten sind durch die Bejagung stark dezimiert. Mit einem genetischen Fingerabdruck können Forscher jetzt die Herkunft der umstrittenen Delikatesse genau aufklären. Die Daten sollen dem Schutz der verbleibenden Tiere dienen.
Genetischer Fingerabdruck«Der Test wurde auf einfache Anwendbarkeit entwickelt und gibt uns dennoch die Möglichkeit Körperteile von Weißen Haien in globalem Maßstab zu identifizieren», sagt Mahmood Shivji vom
Guy Harvey Research Institute in Florida. Die Forscher haben den Test gemeinsam mit der New Yorker
Wildlife Conservation Society (WCS) entwickelt und stellen ihn in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Conservation Genetics» vor.
Anhand der Technologie, einer Abwandlung des genetischen Fingerabdrucks, der bei der Verbrechensaufklärung unter Menschen eingesetzt wird, können Biologen Weiße Haie (Carcharodon carcharias) eindeutig von anderen Arten unterscheiden.
Mangelnde ÜberwachungIm Jahr 2000 forderten Biologen, den Weißen Hai auf den Anhang I des Cites-Handelsabkommens gesetzt. Dadurch wäre der Handel mit allen Produkten verboten worden. Der Antrag war abgelehnt worden. Selbst die Aufnahme in den Anhang II, der den Handel mit Produkten von den aufgelisteten Arten nur regulieren soll, war gescheitert, da es keine Möglichkeiten gebe, den Handel zu überwachen. Doch wie die WCS am gestrigen Donnerstag mitteilte, ist mit dem Gentest für Weißhaie ein Haupthindernis für die Aufnahme in die Cites-Liste aus dem Weg geräumt.
Der Weiße Hai gehört zu den bestgeschützten Arten. In den USA, Australien, Südafrika, Malta und Namibia gibt es Fangverbote. Doch durch die Größe der Gebiete, die die Tiere durchwandern, sind die Schutzbestimmungen nur schwer aufrecht zu halten. Die Populationen der Tiere sinken weiterhin. So schätzen Forscher, dass etwa der Bestand im nordwestlichen Atlantik seit Mitte der achtziger Jahre um rund vier Fünftel abgenommen hat. (nz)