24. Jul 2003 12:46
Eine Studie der Artenvielfalt in Singapur ergibt ein düsteres Bild: In hundert Jahren könnten bis zu vierzig Prozent der Tier- und Pflanzenarten dort ausgestorben sein.
Im Stadtstaat Singapur ist die Entwaldung und Urbanisierung weiter voran geschritten als in den meisten anderen Gebieten Südostasiens. Die Land- und Wasserbiotope sind seit der britischen Kolonialisierung Anfang des neunzehnten Jahrhunderts zu 95 Prozent zerstört worden, berichten Biologen in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature».Ein Team um Barry Brook von der australischen Northern Territory University in Darwin hat berechnet, dass durch den Lebensraumverlust bis zu 87 Prozent der Schmetterlinge, Fische, Vögel und Säugetiere ausgestorben sind. Bei höheren Pflanzen, Gespenst- und Stabheuschrecken, Asseln Amphibien und Reptilien sind bis zu vier von fünf Arten ausgestorben.
Über die Hälfte der heute noch vorkommenden Arten ist auf die winzigen Waldschutzgebiete beschränkt: Sie machen gerade ein Viertel Prozent der etwa 540 Quadratkilometer großen Stadtfläche aus. Der Fortbestand dieser Arten ist allerdings fraglich. Brooks Team bezeichnet sie als «lebende Tote», da sie zu selten geworden sind, um den Bestand langfristig aufrecht erhalten zu können.