netzeitung.deMasturbieren schützt vor Prostatakrebs

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Die Prostata umschließt die Harnröhre (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Prostata umschließt die Harnröhre
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Gute Nachricht für alle Männer: Häufige Selbstbefriedigung ist gesund, wie australische Forscher herausfanden. Sie senkt das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

Selbstbefriedigung macht nicht blind, wie es jahrhundertlang befürchtet wurde, sie verursacht auch keine Geistesschwäche, Epilepsie oder schwindendes Rückenmark. Im Gegenteil: Selbstbefriedigung ist für Männer sogar gesund, wie Forscher jetzt berichten.

Krebsrisiko um ein Drittel gesenkt
Wie das britische Fachblatt «New Scientist» berichtet, senken junge Männer, die mehrmals pro Woche selbst Hand an sich legen, deutlich ihr Risiko für Prostatakrebs. Ein Team australischer Wissenschaftler verglich Daten zu Sexualpraktiken von rund 1000 Prostatakrebs-Patienten mit denen von 1200 gesunden Männern im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Das Ergebnis: Wer in seinem zweiten Lebensjahrzehnt öfter als fünf Mal pro Woche ejakuliert, hat ein um rund ein Drittel geringeres Krebsrisiko.

Die in der Fachzeitschrift «Journal of Urology» veröffentlichten Erkenntnisse scheinen frühere Studien zu widerlegen, in denen häufige Sexualkontakte mit einem deutlich höheren Risiko für Prostatakrebs in Verbindung gebracht wurden. Die Forscher vom Cancer Council Victoria in Melbourne weisen jedoch darauf hin, dass dieses höhere Risiko auch durch die höhere Infektionsgefahr beim Sex bedingt sein könne.

Schädliches wird herausgeschwemmt
Laut «New Scientist» gilt als Grund für den positiven Effekt, dass durch die ständige Neubildung von Samenflüssigkeit Krebs erregende Substanzen aus der Prostata herausgeschwemmt werden. «Je öfter die Leitungen durchgespült werden, umso weniger Schädigendes bleibt darin hängen», sagte Graham Giles, einer der Autoren der Studie. Zudem rege Masturbation Prostatazellen zum Ausreifen an. Das mache sie für Karzinogene weniger anfällig.

Eine aktuelle Studie zum weiblichen Brustkrebs hatte ähnliches nahe gelegt. Häufiges Stillen senke das Krankheitsrisiko, heißt es darin. Die unablässig neu produzierte Muttermilch spüle möglicherweise Krebs erregende Substanzen heraus. (nz)