netzeitung.dePisa-Studie belegt erneut: Deutsche Schüler sind Mittelmaß

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Die Lesekompetenz deutscher Schüler muss neu eingestuft werden. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Lesekompetenz deutscher Schüler muss neu eingestuft werden.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Unesco legt eine ergänzende Pisa-Studie vor. Deutsche Schüler schneiden demnach im internationalen Vergleich schlechter ab als bislang angenommen.

Die Unesco hat die Fähigkeiten von 15-Jährigen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften untersucht. Die Ergebnisse der deutschen Schüler sind mittelmäßig – Deutschland belegt unter 43 Ländern nur Platz 22.
Analphabeten auf der Schulbank
John Daniel, Unesco-Bildungsdirektor, und Andreas Schleicher, Chef der OECD-Abteilung für Bildungsforschung, stellen die Ergebnisse der Studie am heutigen Dienstag in London vor. Wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn vorab mitteilte, wurde der Kreis der 32 Länder der ersten Pisa-Erhebung im Jahr 2000 für die aktuelle Studie um elf Nicht-OECD-Länder erweitert. Dazu gehören etwa Albanien, Argentinien, Indonesien, Israel und Thailand.

Um die Lesekompetenz ist es in den neu aufgenommenen Ländern schlecht bestellt. Bis auf die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong, die nach Finnland und Südkorea den dritten Platz einnimmt, sind alle im unteren Drittel der Rangliste gelandet. Während in OECD-Ländern im Schnitt 18 Prozent der Schüler nur die niedrigste Stufe der Lesekompetenz erreichen oder darunter liegen, sind es in den Nicht-OECD-Ländern Albanien, Brasilien, Mazedonien und Peru weit über 50 Prozent. Diese Schüler sind in akuter Gefahr, zu Analphabeten zu werden, berichtet die Unesco.

Deutschland ist im Bereich Lesen um einen weiteren Platz abgerutscht. Es nimmt jetzt den 22. Platz ein. Den 21. Platz in Mathematik und Wissenschaften behaupten die deutschen Schüler dagegen weiterhin.

Benachteiligte fördern
Die Unesco fordert die untersuchten Länder auf, ihre Schüler nicht früh nach Leistung zu differenzieren. Dadurch würden soziale Gegensätze verstärkt. Statt dessen sollten die Bildungsangebote für Benachteiligte und Minderheiten verbessert und Schulen gezielt gefördert werden, in denen sozial schwache Gruppen überproportional vertreten sind.

Die internationale Schulleistungsstudie Pisa (Programme for International Student Assessment) ist ein Projekt der OECD (Organization for Economic Co-operation and Development). Ziel des Programms ist es, in den beteiligten Ländern die Fähigkeiten und Fertigkeiten von 15-jährigen Jugendlichen zu messen. (nz)