Ahnenforschung im Sprach-Stammbaum
01.07.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Jetzt präsentieren Peter Forster and Alfred Toth eine Ahnenreihe der indogermanischen Sprachen, die sie mit evolutionsbiologischen Methoden erstellt haben. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins Proceedings of the National Academy of Sciences berichten, untersuchten sie eine rund zweitausend Jahre alte zweisprachige, gallisch-lateinische Inschrift. Das Gallisch ist eine alte Form des Keltischen, die im heutigen Frankreich gesprochen wurde.
Nach dieser Konstruktion des Sprachbaums ist das Ur-Indogermanisch etwa 8100 Jahre vor Christus entstanden. Schon früh trennte sich davon das Ur-Keltisch. Die keltische Sprache kam demnach in einer Welle nach Großbritannien etwa 3200 vor Christus. Bislang war man von zwei getrennten Sprachwellen ausgegangen. Doch erst innerhalb Großbritanniens trennten sich die Sprachen Walisisch und Bretonisch einerseits und Irisches und Schottisches Gälisch andererseits voneinander.
Ihre Studie zeige, schreiben Forster und Toth, dass die Übertragung von evolutions-biologischen Methoden ein guter Ansatz zur Lösung von Fragestellungen in der historischen Sprachforschung sei. (nz)

