netzeitung.deEnthaltsamkeit lässt Spermien «ermüden»

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Spermien sind offenbar nicht lange 'haltbar'. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Spermien sind offenbar nicht lange 'haltbar'.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Empfehlungen für Männer, die Samen spenden sollen, sehen eine mehrtägige Sex-Abstinenz vor. Doch der Qualität der Spermien kann dies abträglich sein.

Wenn «Mann» mit dem Wunsch, an den fruchtbarsten Tagen der Partnerin ein Kind zu zeugen, Samen aufspart, könnte dies die Chancen auf Erfüllung des Kinderwunschs senken. Bereits nach zwei Tagen Enthaltsamkeit kann die Qualität der Spermien abnehmen.
Tote Hose nach sechs Tagen
Forscher von der Soroka University und der Ben-Gurion University of the Negev in Israel haben rund 7200 Samenproben untersucht. Die etwa 6000 Spender waren in fruchtbarkeits-medizinischer Behandlung und hatten vor der Samenspende bis zu zwei Wochen lang auf Sex verzichtet.

Wie der Leiter der Untersuchung, Eliahu Levitas, am heutigen Montag auf einer Fachtagung in Madrid in Spanien berichtete, nimmt zwar das Volumen des Ejakulats 11 bis vierzehn Tage lang kontinuierlich zu. Doch mit der enthaltsamen Zeit steigt offenbar auch die Zahl fehlgebildeter Spermien. Bei Männern mit einer reduzierten Spermien-Zahl nahm die Zahl beweglicher Keimzellen bereits nach zwei Tagen deutlich ab und erreichte nach sechs Tagen einen Tiefststand.

«Der Anteil normaler Spermien verhält sich auch bei normalen Proben umgekehrt proportional zur Abstinenz», sagt Levitas. Je länger «Mann» wartet, um so unwahrscheinlicher wird die Empfängnis – auch bei künstlichen Befruchtungen.

«Müde Zellen»
Fruchtbarkeitskliniken würden Männern nach den Richtlinien der Weltgesundheits-Organisation eine sexuelle Ruhephase von zwei bis sieben Tagen verordnen. Levitas empfiehlt Männern mit einer reduzierten Spermienzahl maximal zwei Tage Abstinenz. Bei künstlichen Befruchtungstechniken, für die die bestmögliche Samenqualität benötigt wird, könntnen die Erfolgschancen so deutlich gesteigert werden.

Wird diese Zeit überschritten, nehmen die Schäden am Erbgut der Spermien zu – durch Rauchen oder die Aufnahme anderer schädlicher Substanzen. «Vielleicht sind die Keimzellen von Männern mit reduzierter Spermienzahl anfälliger für Alterungserscheinungen», sagt Levitas. Ein längerer Aufenthalt im Hoden ließe manche Spermien offenbar ermüden.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier