27. Jun 2003 11:04
Satelliten dokumentieren Umweltzerstörung: Die Rodung des brasilianischen Regenwaldes schreitet schneller voran als je zuvor.
Die Zahlen, die das brasilianische Raumforschungs-Zentrum Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais jetzt bekannt gab sind ernüchternd: Im Jahr 2001 wurden in Brasilien mehr als 18.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Im Jahr 2002 waren es rund 25.000 – eine Fläche größer als das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.«Die Rate der Entwaldung sollte abnehmen aber das Gegenteil passiert», sagt Mario Monzoni vom INPE. Seit 2001 hat die Geschwindigkeit um rund 40 Prozent zugenommen.
Wie der Online-Dienst der britischen BBC berichtet, wird auf dem größten Teil der Rodungsflächen Soja angebaut. Die Kulturpflanze verschafft der brasilianischen Landwirtschaft und dem Export Auftrieb. Bestimmungen zum Schutz der Umwelt würden aber bislang auch unter der Regierung des Präsidenten da Silva nicht umgesetzt. Das Land verfüge zwar über ein Satelliten- und Radar-Überwachungssystem, um die Entwaldung zu untersuchen. Am Boden mangele es jedoch an einfachsten Hilfsmitteln – etwa Benzin für Boote und Autos – für den Umweltschutz. Illegale Rodungen werden erfasst, bleiben aber meist ungestraft.In der kommenden Woche will die Regierung neue Maßnahmen vorstellen, mit denen die Entwaldung gestoppt werden soll. Die neue brasilianische Umweltministerin Marina da Silva war bereits Jahre vor ihrer Berufung Aktivistin für den Schutz des Regenwaldes. (nz)