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Neue Eulen-Art entdeckt

16. Jun 2003 11:24
Glaucidium mooreorum.
Zwergvogel aus dem Regenwald: Brasilianische Wissenschaftler haben eine bislang unbekannte Eulen-Art entdeckt.

Im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco sind Wissenschaftler einer neuen Zwergeulen-Art auf die Spur gekommen. Die kaum 15 Zentimeter große «Pernambuco-Zwergeule» wurde bislang in zwei Waldgebieten im Zentrum der Provinz nachgewiesen. Der atlantische Regenwald Pernambucos gilt als letztes Rückzugsgebiet vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten Südamerikas. Nach Einschätzung der Forscher, die ihren Fund im Fachmagazin «Brazilian Journal of Ornithology» vorstellen, muss auch die neue Art als extrem gefährdet gelten.

Chip-König als Namenspatron

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Bereits 1990 hatte der Ornithologe Galileu Coelho von der Universität Pernambuco erstmals eine Pernambuco-Zwergeule beobachtet, ohne sie jedoch als neue Art zu identifizieren. Erst zehn Jahre später begann Colhos Kollege Jose Maria Cardoso da Silva von der Naturschutzorganisation «Conservation International» (CI) mit der Untersuchung eines gefangenen Exemplars der neuen Spezies. Gemeinsam mit Luiz Pedreira Gonzales, einem Experten für Vogelstimmen, verglich er die Zwergeule mit verwandten Arten aus dem Regenwald Amazoniens. Nach Abschluss der Untersuchungen steht nun eindeutig fest, dass es sich um eine eigene Spezies handeln muss.

Ihren wissenschaftlichen Namen Glaucidium mooreorum verdankt die nur 800 Gramm schwere Eule dem Intel-Gründer Gordon Moore, der vor zwei Jahren rund 260 Millionen Dollar zur Unterstützung von CI spendete. Grund genug für die brasilianischen Forscher, ihrem Sponsor jetzt einen Platz in der Geschichte der Biologie zu sichern.

Extrem gefährdet

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«Vögel gelten allgemein als gut erforscht», so Gustavo Fonseca, Vizepräsident von CI. «Pro Jahr werden höchstens drei neue Arten entdeckt, daher ist das hier ein ganz besonderer Fund.» Obwohl man die neue Art bislang erst zwei Mal beobachtet habe, könne man sie bereits als extrem gefährdet einstufen, so der Forscher weiter. Denn der atlantische Regenwald Brasiliens, eines der artenreichsten Waldgebiete der Welt, schwindet rapide.

Von der ursprünglichen Waldfläche sind inzwischen nur noch etwa 10 Prozent erhalten. Die Pernambuco-Region etwa besteht heute fast nur noch aus einzelnen Waldparzellen von jeweils kaum 100 Hektar Größe, die durch Besiedlung und Ausweitung der Landwirtschaft immer stärker zerschnitten werden.

«Bis jetzt sind unsere Schutzgebiete zu klein und unzusammenhängend für effektive Waldschutz- und Regenerationsmaßnahmen», so Marcelo Taberalli vom brasilianischen Forschungszentrum für Umweltfragen CEPAN. «Wir brauchen dringend weitergehende Schutzmaßnahmen, um die Zwergeulen und alle anderen Arten in diesen Wäldern zu retten.» (nz)

 
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