13. Jun 2003 10:13
Belege für ein frühes Massensterben als Folge eines Asteroiden-Einschlags haben Wissenschaftler in Marokko entdeckt.
«Mit mehr als 100 dokumentierten Einschlagkratern hat die Erde ein lange Geschichte extraterrestrischer Einschlagereignisse», schreiben die Forscher um Brooks Ellwood von der Louisiana State University in Baton Rouge. Bislang gebe es jedoch nur im Fall des Chixculub-Kraters auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan genügend Belege für eine Ursache-Wirkungs-Kette. Dieser so genannten Kreide-Tertiär- (kurz KT-) Ereignis vor 65 Millionen Jahren löste ein Massensterben aus, das auch den Riesenechsen zum Verhängnis wurde.Ellwood und seine Kollegen studierten jetzt im Südwesten Marokkos Gesteine aus dem Devon (vor etwa 350 - 400 Millionen Jahren). Dabei stießen sie in einer Gesteinsschicht auf auffällige Veränderungen der Magnetisierbarkeit, wie sie auch im Falle des KT-Ereignisses festgestellt worden waren. In einer unmittelbar darüber liegenden Schicht finden sich erstmals Fossilien von Polygnathus hemiansatus, einem Meeresbewohner aus der Gruppe der Conodonten. Vermutlich hatte seine Verwandtschaftslinie das so genannte «Kacák/otomari-Massensterben» überlebt und besetzte nun rasch die frei gewordenen ökologischen Nischen.