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Frühes Massensterben nach Einschlag

13. Jun 2003 10:13
Fast die Hälfte der Meeresfauna fiel dem Einschlag zum Opfer.
Belege für ein frühes Massensterben als Folge eines Asteroiden-Einschlags haben Wissenschaftler in Marokko entdeckt.

Nicht nur der Untergang der Dinosaurier wurde durch einen Asteroiden-Einschlag ausgelöst. Schon mehrere hundert Millionen Jahre früher, im Erdzeitalter Devon, hatte der Einschlag eines Himmelskörpers ähnlich verheerende Folgen. Zu diesem Schluss kommen amerikanische und marokkanische Geologen im Magazin «Science». Rund 380 Millionen Jahre alte Gesteine aus Marokko weisen demnach Spuren eines Einschlags auf. Kurze Zeit später verschwanden rund 40 Prozent der Meeresfauna.

Auffällige Veränderungen

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«Mit mehr als 100 dokumentierten Einschlagkratern hat die Erde ein lange Geschichte extraterrestrischer Einschlagereignisse», schreiben die Forscher um Brooks Ellwood von der Louisiana State University in Baton Rouge. Bislang gebe es jedoch nur im Fall des Chixculub-Kraters auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan genügend Belege für eine Ursache-Wirkungs-Kette. Dieser so genannten Kreide-Tertiär- (kurz KT-) Ereignis vor 65 Millionen Jahren löste ein Massensterben aus, das auch den Riesenechsen zum Verhängnis wurde.

Ellwood und seine Kollegen studierten jetzt im Südwesten Marokkos Gesteine aus dem Devon (vor etwa 350 - 400 Millionen Jahren). Dabei stießen sie in einer Gesteinsschicht auf auffällige Veränderungen der Magnetisierbarkeit, wie sie auch im Falle des KT-Ereignisses festgestellt worden waren. In einer unmittelbar darüber liegenden Schicht finden sich erstmals Fossilien von Polygnathus hemiansatus, einem Meeresbewohner aus der Gruppe der Conodonten. Vermutlich hatte seine Verwandtschaftslinie das so genannte «Kacák/otomari-Massensterben» überlebt und besetzte nun rasch die frei gewordenen ökologischen Nischen.

Spuren einer Schockwelle

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Auch die chemische Zusammensetzung des Gesteins änderte sich. So stieg der Gehalt an Nickel, Chrom, Arsen, Vanadium und Kobalt vorübergehend an. Das Verhältnis zweier Kohlenstoff-Isotope fiel dagegen – ein Befund, der sich möglicherweise auf den Kollaps der marinen Fauna und die Freisetzung von Methan aus dem Meer zurückführen lässt, so Ellwood und seine Kollegen. Als weiteren Beleg führen sie winzige Quarzkörnchen an, die sie als Spuren einer gewaltigen Schockwelle deuten. Insgesamt sei die Beweislage ähnlich wie im Falle des KT-Ereignisses, so die Forscher. (nz/jkm)
 
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