03. Jun 2003 14:03
Der Goldkehlpitta zählt zu den seltensten Spezies der Welt. Jetzt konnten Wissenschaftler den Vogel in seiner alten Heimat Burma wieder nachweisen.
Der Goldkehlpitta (Pitta gurneyi) wird von der World Conservation Union (IUCN) zu den weltweit am meisten gefährdeten Tierarten gezählt. In Burma war der Vogel zuletzt im Jahr 1914 gesichtet worden. Gemeinsam mit burmesischen Vogelschützern und Vertretern der örtlichen Forstverwaltung entdeckte Jonathan Eames von der Organisation «Birdlife International» jetzt insgesamt vier Populationen der seltenen Tiere im burmesischen Regenwald.Wie die BBC in ihrer Online-Ausgabe berichtete, besteht die größte Gruppe aus 10 bis 12 Pärchen. Da Eames und seine Kollegen nicht alle ursprünglich ins Auge gefassten Waldgebiete untersuchen konnten, könnte der Gesamtbestand der Tiere in Burma sogar noch größer sein. Wegen der rapide fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraumes müssen die Vögel jedoch weiterhin als extrem gefährdet gelten.
«Während unserer Arbeit konnten wir ständig das Kreischen der Kettensägen hören», so Eames im Gespräch mit der BBC. Schon seit längerem werden Burmas Regenwälder systematisch abgeholzt, etwa um Platz für Baumplantagen zur Palmöl-Gewinnung zu schaffen. «Das Ausmaß dieser Rodungen ist auf Satelliten-Bildern klar zu erkennen», so Eames weiter. «Sie bedeuten eine große Gefahr für den Fortbestand dieser spektakulären Spezies.»Auch in Thailand galten die Vögel lange Zeit als verschwunden. Erst 1986 waren dort, erstmals nach 50 Jahren, wieder Goldkehlpittas gesichtet worden. Satellitenaufnahmen hatten damals den entscheidenden Hinweis auf die Rückzugsgebiete der Tiere geliefert. (nz)