Monogamie macht anfälliger für Ausrottung
26.05.2003
Herausgeber: netzeitung.de
In den betreffenden Schutzgebieten wird der Tierbestand seit über 30 Jahren monatlich erfasst. Insgesamt 78 lokale Auslöschungen verzeichnete die Statistik in diesem Zeitraum. Dabei spielten, wie Brashares ermittelte, zwei Faktoren eine besondere Rolle: Zum einen stieg die Gefahr einer durch Menschen bedingten Ausrottung, wenn eine Population sehr isoliert lebte ein Befund, mit dem der Forscher durchaus gerechnet hatte.
Überraschend war für Brashares jedoch die Erkenntnis, dass in allen Tiergruppen auch die Haremsgröße eine Rolle spielte: Beispielsweise waren mehrere Arten von Duckern - kleinen, monogam lebenden Verwandten der Gazellen - im Schnitt zehn Jahre nach der Einrichtung eines Reservats verschwunden. Büffel, deren Harem etwa 15 Weibchen umfasst, hatten sich dagegen in allen Gebieten behaupten können.
Warum ein Leben in Monogamie anfälliger für Auslöschungen macht, ist allerdings noch unklar. Wenn ein Männchen getötet werde, könne es bei monogamen Arten möglicherweise rasch zu einem «Männermangel» kommen, so Brashares Vermutung. Bei Arten, in denen Männchen über einen großen Harem verfügen, stünden dagegen stets genügend Männchen bereit, den Platz des Haremsherrn einzunehmen.
Vielleicht ließen sich große Gruppen aber auch weniger leicht überraschen. «Eventuell läuft alles darauf hinaus, dass man sich an ein oder zwei Tiere sehr viel leichter heranpirschen kann als an zwanzig», so der Forscher. (nz/jkm)

