27. Mrz 2003 09:12
Hinweise auf Herkunft der Schwanzlurche gefunden: In China sind die bislang ältesten Fossilien einer Salamanderart ausgegraben worden.
Die Fossilien sind in vulkanischer Asche in der Jiulongshan-Formation nahe der Ortschaft Daohugou gefunden worden. Die Tiere fielen einem Vulkanausbruch zum Opfer, bei dem vermutlich zahlreiche Arten vernichtet wurden.Wie jetzt Neil Shubin und Ke-Qin Gao von der Universität Chicago im Magazin «Nature» berichten, weisen die frühen Salamander eine große Ähnlichkeit zu heute lebenden Arten auf. Dies zeige, dass sich die beiden wichtigen Schwanzlurch-Gruppen Hynobiidae und Cryptobranchidae vor etwa 165 Millionen Jahren in Asien gebildet hätten und seitdem nahezu unverändert geblieben seien.
In «Nature» stellen die Forscher die neu nachgewiesene, bisher älteste Salamander-Art Chunerpeton tianyiensis vor. Insgesamt konnten schon 200 überwiegend junge Exemplare dieser Art identifiziert werden. Darunter befindet sich auch ein Tier, das die Schwelle von der kiementragenden Larve zum Lungen-atmenden erwachsenen Tier noch nicht überschritten hatte.
Insgesamt gruben die Forscher aus Chicago und Peking in den letzten drei Jahren an sieben chinesischen und mongolischen Fundstätten Tausende fossiler Lurche aus. Fünf bisher unbekannte Arten konnten dabei nachgewiesen werden.Die heutigen Salamander gehören mit ihren rund 150 Arten zu den lebenden Fossilien. Weil sie weltweit verbreitet sind, erlaubt ihre Abstammungsgeschichte Rückschlüsse auf den Verlauf der Evolution insgesamt. Umso mehr bedauert Shubin das langsame, aber stetige Sterben der Salamander: «Die Tiere haben mehrere große Artensterben überstanden, sie haben sogar das große Dinosaurier-Sterben vor 65 Millionen Jahren überlebt.» Erst heute, zusammen mit anderen Amphibien, drohten die Salamander zu verschwinden, ohne dass man sicher sagen könnte, warum das so sei. (nz/jkm)