21. Mrz 2003 15:37
Mit Mikrophonen im Urwald wollen Wissenschaftler mehr über die scheuen Waldelefanten Westafrikas erfahren.
Über die im Westen Afrikas lebenden Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) ist nur wenig bekannt. Die Tiere leben in abgelegenen Waldgebieten und sind vom Flugzeug aus nicht auszumachen. Um sie zu zählen, müssen Forscher nach Dungspuren suchen – ein aufwändiges und unsicheres Verfahren.Katy Payne von der Cornell University in Ithaca (USA) suchte nach einer Alternative. Ausgehend von früheren Untersuchungen, wonach sich einzelne Elefanten über die von ihnen ausgestoßenen Laute identifizieren lassen, installierte sie sieben Mikrofone auf einer Waldlichtung, wo sich eine Salzlecke befand, die die Elefanten nutzten. «Das ist der einzige Platz auf der Welt, an dem man Waldelefanten in großer Zahl findet», so Payne im Gespräch mit dem Online-Dienst von «Nature».
Durch Vergleiche der von den einzelnen Mikrophonen aufgenommenen Geräusche suchten Payne und ihre Kollegen die Anzahl der Elefanten zu ermitteln. Ihre Ergebnisse überprüften sie dann anhand von Videoaufnahmen. Dabei zeigte sich, dass die Geräusche nicht nur Rückschlüsse auf die Anzahl, sondern auch auf Geschlecht und Alter der jeweiligen Tiere erlauben. So stoßen weibliche Elefanten häufiger Laute aus, während Bullen sich nur im Zustand sexueller Erregung vernehmen lassen. Auch Größe und Zusammensetzung einer Gruppe ist für deren Lärmpegel von Bedeutung.Payne will ihre Technik nun zu einem billigen, leicht transportierbaren System weiterentwickeln. Ein Netz solcher Horchposten, im Busch aufgestellt, könnte helfen, die genaue Bestandsgröße der Waldelefanten zu ermitteln – für den Schutz der scheuen Tiere eine notwendige Voraussetzung. (nz)