Testlauf für neues Wellenkraftwerk
12.03.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Der 'Wavedragon'-Prototyp.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Energie von Meeres-Wellen macht ein Kraftwerks-Prototyp, der jetzt in Dänemark vom Stapel gelaufen ist, zu Elektrizität. In drei Jahren soll die Technologie in Serie gehen.
Der Prototyp eines neuartigen Wellenkraftwerks ist am Montag im dänischen Aalborg vom Stapel gelaufen. Der «Wave Dragon» geht auf eine Idee des Erfinders Erik Friis-Madsen zurück und fängt Wellen in einem über dem Wasserspiegel liegenden Sammelbecken auf. Indem das Wasser von dort aus ins Meer zurückströmt, treibt es Turbinen zur Stromerzeugung an.
Wellen-SchwungDer nun am Aalborger Kai liegende Prototyp mit nur etwa einem Viertel der letztendlich geplanten Größe wiegt 237 Tonnen und besitzt zwei trichterförmig angeordnete, 28 Meter lange Reflektoren. Diese leiten ankommende Wellen auf eine 27 Meter breite Rampe, über die sie, von ihrem eigenen Schwung getrieben, bergauf in ein Sammelbecken im Zentrum der Konstruktion rutschen.
Die von Rudolf Schilling und seiner Arbeitsgruppe an der TU München entwickelten Turbinen des Prototyps treiben Generatoren mit einer bescheidenen Nennleistung von 20 Kilowatt an. Derzeit geht es den Beteiligten an dem internationalen Projekt auch eher darum, mehr über Verhalten und die Belastbarkeit des Kraftwerks zu erfahren. Dazu soll der Prototyp Ende März in den dänischen Nissum-Bredning-Fjord geschleppt und dort zwei Jahre lang getestet werden.
«Wellenparks» geplantVerlaufen die Tests an dem Modell erfolgreich, soll im Jahr 2006 die Großausführung folgen. Ein 260 Meter weit geöffneter Reflektor-Trichter soll sie Wellen in ein 5.000 Kubikmeter großes Sammelbecken leiten. Bei einer Fallhöhe von drei Metern sollen ihre Generatoren dann vier Megawatt elektrische Leistung liefern. Die langfristige Planung sieht vor, mehrere solcher Kolosse in 25 Kilometer vor der Küste liegenden Parks zusammenzufassen. (nz/jkm)