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Fossilien von «Ur-Orang-Utan» in Thailand entdeckt

06. Mrz 2003 15:53
Junger Orang-Utan im Leipziger Zoo
Paläontologen haben fossile Zähne einer bislang unbekannten Affenart gefunden. Der Fund könnte den Stammbaum der Menschenaffen ergänzen.

Ein internationales Forscherteam hat in Thailand fossile Spuren einer bisher unbekannten Menschenaffenart ausgegraben. Die Forscher nehmen an, auf einen Urahn der Orang-Utans gestoßen zu sein. Darauf deuten große Gemeinsamkeiten mit den Zähnen der heutigen Menschenaffen hin, schreiben sie im Magazin «Nature».

Puzzle-Teilchen für den Stammbaum

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Der Orang-Utan lebt ausschließlich in den Wäldern der indonesischen Inseln Borneo und Sumatra. Er gehört zu den Menschenaffen, deren Abstammung sich rund 25 Millionen Jahre weit zurückverfolgen lässt. Die Entwicklung der Orang-Utans hat sich vermutlich vor etwa zehn Millionen Jahren vom gemeinsamen Stammbaum der Menschenaffen abgezweigt.

Weil von den Tieren meist nur Schädel oder Teile des Kiefers gefunden werden, ist eine genaue Datierung aber schwierig. Auch der neue Fund, den die Forscher um Jean-Jacques Jaeger von der Université Montpellier jetzt vorstellen, besteht aus fossilen Zähnen. Diese zeigen starke Übereinstimmungen mit heutigen Orang-Utans und liefern ein wichtiges Puzzle-Teilchen für den Stammbaum der Menschenaffen. «Wir können nicht sicher sagen, ob es sich um einen direkten Vorfahren handelt, aber es ist etwas sehr nahe Verwandtes», sagt Jaeger dem Online-Dienst der BBC.

Landbrücke zwischen Afrika und Asien

NZ-Video
Menschenaffen im Leipziger Pongoland
  • Pongos in Pongoland
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    Primaten unter sich
  • Das auf den Namen Lufengpithecus chiangmuanensis getaufte Tier soll 10 bis 13,5 Millionen Jahre alt sein. Insgesamt 19 Zähne, die etwa zur Hälfte einem männlichen und einem weiblichen Exemplar gehört haben könnten, wurden im Chiang Muan-Becken im Norden Thailands gefunden.

    Die Sedimente des Fundortes zeigten Übereinstimmungen mit afrikanischen Ablagerungen, schreiben die Forscher. Dies lasse vermuten, dass zwischen dem heutigen Südostasien und Afrika im Miozän eine Landbrücke für einen regen Austausch der Tier- und Pflanzenwelt sorgte.

    Lufengpithecus kommt nach Meinung der Forscher am ehesten als Vorfahre des heutigen Orang-Utans in Frage. Die ebenfalls als Orang-Utan-Ahnen geltenden Menschenaffen Gigantopithecus und Sivapithecus zeigten größere Unterschiede in Kiefer und Gebiss. (nz/jkm)

     
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