12. Feb 2003 15:54
Jäger oder Aasfresser: Der wissenschaftliche Streit, wie sich der T. Rex tatsächlich ernährte, geht in eine neue Runde.
Bisherige Untersuchungen widmeten sich vor allem den körperlichen Fähigkeiten des T. Rex. So ermittelten die US-Wissenschaftler John Hutchinson und Mariano Garcia im vergangenen Jahr, dass die bis zu sechs Tonnen schweren Echsen wesentlich langsamer unterwegs waren als zuvor angenommen.Ihre Spitzengeschwindigkeit lag vermutlich im Bereich von 40 Kilometer pro Stunde – frühere Untersuchungen waren von über 70 ausgegangen. Da ihnen so die meisten Beutetiere schlicht davongelaufen wären, müssten sich die Giganten wohl hauptsächlich von Aas ernährt haben, mutmaßten einige Wissenschaftler aufgrund dieser Erkenntnis.
Eine Einschätzung, die David Houston und Graeme Ruxton von der University of Glasgow teilen. Allerdings überprüften die beiden Schotten ihre Theorie nicht unmittelbar an der Anatomie der Saurier. Stattdessen versuchten sie zu rekonstruieren, wie das Ökosystem beschaffen gewesen sein müsste, um den während der späten Kreidezeit vor über 65 Millionen Jahren lebenden Tieren ein Dasein als Aasfresser zu ermöglichen.Ihre Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass der vermeintliche Jäger auch heute noch ganz gut als Aasfresser zurecht käme. «Basierend auf Analogien mit heute lebenden Tieren kalkulieren wir, dass ein Ökosystem von der Produktivität der heutigen Serengeti ausreichte, um solche Aasfresser zu ernähren», schreiben die Forscher in den «Proceedings of the Royal Society B». Der T. Rex brauche also keineswegs ein aktiver Jäger gewesen zu sein, sondern habe sich problemlos nur von Aas ernähren können, so die Wissenschaftler weiter.