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Strandfloh mit Mondkompass

11. Dez 2002 15:27
Talitrus saltator.
Die Fähigkeit, sich an Sonne und Mond zu orientieren, wird Strandflöhen von ihren Eltern vererbt - aber nur, wenn diese vom richtigen Strand stammen.

Ein kleiner Krebs wird von seinen Eltern im wahrsten Sinne des Wortes auf den rechten Weg gebracht. Italienische Biologen entdeckten, dass der Strandfloh einen angeborenen Kompass für Sonne und Mond besitzt. Derart ausgestattet, können die Tiere auf kürzestem Weg vom Strand ins Wasser gelangen. Paaren sich Eltern von verschiedenen Stränden, gehen ihre Nachkommen jedoch in die Irre, berichten die Forscher in den «Proceedings of the Royal Society».

Vererbter Kompass

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Strandflöhe (Talitrus saltator) sind etwa zwei Zentimeter große Bewohner von Meeresstränden, die knapp oberhalb der Wasserlinie zwischen angeschwemmten Algen und anderem Material leben. Um nicht auszutrocknen, müssen sie gelegentlich ins Wasser. Dabei finden sie den kürzesten Weg ins Meer und wieder zurück, indem sie sich am Stand von Sonne oder Mond orientieren. Bei Krebsen von verschiedenen Stränden ist der Sonnenkompass als Anpassung an den Verlauf der jeweiligen Küstenlinie unterschiedlich, die jeweiligen Einstellungen werden vererbt.

Alberto Ugolini und seine Kollegen von der Universität in Florenz untersuchten nun, ob auch der Mondkompass genetisch festgelegt ist. Dazu sammelten die Biologen Strandflöhe von einem in Nord-Süd- und einem in Ost-West-Richtung verlaufenden Strand der Toskana und hielten die Tiere im Labor in ihrem natürlichen Hell-Dunkel-Zyklus. Schließlich testeten sie, welche Richtung die Nachkommen dieser Krebse einschlugen, wenn diese zum ersten Mal in ihrem Leben den Mond sahen.

Angeborene Fähigkeit

Mehr im Internet:
Stammten ihre Eltern vom selben Strand, schlugen die Jungkrebse unabhängig von Nachtzeit und Mondphase jene Richtung ein, die sie an ihrem Heimatstrand geradewegs aus dem Wasser geführt hätte. Stammten die Eltern dagegen von unterschiedlichen Stränden, wählten die meisten Nachkommen einen Weg, der dem Mittelwert der elterlichen Orientierung entsprach. Richtete sich ein Elternteil nach Norden, das andere nach Osten aus, marschierten die Nachkommen also nach Nordost.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Fähigkeit zur Nutzung des Mondes für die Orientierung zwischen Meer und Land bei Strandflöhen angeboren sei, schreiben Ugolini und seine Kollegen. «Unseres Wissens nach ist T. salvator damit die einzige Tierart, für die eine angeborene Einstellung des Mondkompasses nachgewiesen worden ist.» Über den genetischen Mechanismus könne momentan jedoch nur spekuliert werden, so die Forscher. (nz/jkm)

 
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