Urwald voller Affen: Orang-Utans gehören zu den besonders gefährdeten Tierarten. Eine große, bislang unbekannte Population haben Forscher auf Borneo entdeckt.
Wissenschaftler haben auf Borneo eine bislang unbekannte Gruppe von Orang-Utans entdeckt. Wie die Naturschutzorganisation «Nature Conservancy» (NC) mitteilt, leben mindestens 1000 der extrem bedrohten Tiere in einem Waldgebiet der Region Ost-Kalimantan. Damit handelt es sich um eine der größten Populationen weltweit.
NC-Biologin Linda Engstrom und ihre Kollegen entdeckten die Affen während einer viermonatigen Expedition durch den dichten Dschungel des indonesischen Teils von Borneo. In einem abgeschiedenen Gebiet stießen die Forscher auf insgesamt 1600 Nester der als Einzelgänger lebenden Tiere, was auf einen Gesamtbestand von 1000 bis 2500 Orang-Utans schließen lässt. «Es könnte sich damit um eine der drei größten Populationen weltweit handeln», so Engstrom. Die Forscher wollen nun mit der indonesischen Regierung über Schutzmaßnahmen für die Affen verhandeln.
Orang-Utans gehören zu den extrem gefährdeten Tierarten. Die Menschenaffen leiden besonders stark unter illegaler Jagd und der Zerstörung ihrer Lebensräume. Schon vor dem neuen Fund hatte Borneo mit gut 10.000 Tieren den größten Orang-Utan-Bestand weltweit. Daneben leben noch etwa 9000 auf der Insel Sumatra. Nach Schätzungen der UN-Umweltorganisation UNEP könnten wilde Orang-Utans im Jahr 2020 ausgestorben sein, wenn die Zerstörung ihrer Lebensräume in gleichem Tempo voranschreitet. (nz)