netzeitung.de40 Prozent der Pflanzenarten weltweit bedroht

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Bedrohte Pflanzenart. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bedrohte Pflanzenart.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach einem neuen Modell sind wahrscheinlich mehr als ein Drittel der weltweit vorkommenden Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Bisher war man von 13 Prozent ausgegangen.

Weltweit könnten mehr Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet sein, als bisher vermutet. Statt von 13 Prozent bedrohter Arten gehen zwei amerikanische Biologen von drei Mal so vielen aus. Bei bisherigen Schätzungen seien tropische Pflanzen zu wenig berücksichtigt worden, kritisieren die Forscher im Magazin «Science».
Unterrepräsentierte Tropen
Nigel Pitman von der Duke University und Peter Jørgensen vom Missouri Botanical Garden verweisen darauf, dass für die tropischen Länder kaum «rote Listen» gefährdeter Arten vorlägen.

Die Listen, die es gibt, zeichnen jedoch bereits ein dramatisches Bild. So sind etwa im artenreichen Ecuador 83 Prozent der dort vorkommenden Pflanzenarten in ihrer Existenz gefährdet. Weil die Tropen die weltweit größte Pflanzenvielfalt aufweisen, müssten die betroffenen Länder in der globalen Statistik stärker berücksichtigt werden, fordern Pitman und Jørgensen .

Rund 40 Prozent statt 13 Prozent
In «Science» stellen die beiden Forscher jetzt ihre eigene Rechnung auf. Sie stuften 189 Länder und Regionen danach ein, wie viele endemisch vorkommende Pflanzenarten sie beherbergen. Nach diesem Modell wären zwischen 34 und 47 Prozent aller tropischen Pflanzenarten als gefährdet anzusehen.

Dass sich die Artenvielfalt in den Tropen konzentriert, könnte auch das sammeln von genauen Daten und damit möglicherweise auch ihren Schutz vereinfachen. Vom Beispiel Ecuador ausgehend errechneten die Forscher, dass dort für eine entsprechende Datenerfassung nur rund 100 Euro pro Art und Jahr investiert werden müssten. Mit gerade 12,3 Millionen Euro jährlich ließen sich demnach alle artenreichen «Hotspots» der Welt erfassen.

Nur mit solchen Informationen über jede einzelne Spezies hätten Umweltschützer die Möglichkeit, das Ausmaß der erwarteten Artensterben zu verfolgen und möglicherweise durch Schutzmaßnahmen zu verhindern, schreiben Pitman und Jørgensen in ihrem «Science»-Artikel. (nz/jkm)