Napoleon wurde nicht vergiftet
Zumindest einige der Vergiftungstheorien dürften mit den von «Science et Vie» in Auftrag gegebenen Untersuchungen jetzt entkräftet worden sein. Forscher des Pariser Polizeilabors hatten Haarproben Napoleons aus den Jahren 1805 und 1814 also vor der Verbannung sowie vom Totenbett 1821 untersucht. Alle Haare wiesen deutlich überhöhte Arsen-Konzentrationen auf, einige Werte hätten gar nur durch die Einnahme einer tödlichen Arsenmenge erreicht werden können. Wäre das Arsen über den Körper in die Haare gelangt, hätte Napoleon demnach bereits 1805 sterben müssen.
Das Haar, so die Schlussfolgerung der Zeitschrift, muss also nachträglich mit Arsen behandelt worden sein. Zu Lebzeiten Napoleons wurde Arsen unter anderem zur Konservierung von Tierfellen benutzt. Wahrscheinlich, so «Science et Vie», konservierte man auch die abgeschnittenen Haare des Kaisers auf diese Weise, um sie als eine Art Reliquie für die Nachwelt zu erhalten.
Den Anhängern der Mordtheorie bleibt allerdings ebenfalls noch genügend Raum für Spekulationen. So existieren nicht weniger als vier verschiedene Berichte über die Ergebnisse der Obduktion Napoleons. Und auch aus den zahlreichen Krankheitssymptomen, die Napoleons Leben begleiteten, lassen sich sicher noch allerhand kühne Theorien entwickeln.
Für das Web ediert von Thomas Trösch

