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Vorsichtige Hoffnung für Berggorillas

17. Okt 2002 14:35
Bedrohte Art - der Berggorilaa.
Vor hundert Jahren wurden die Berggorillas entdeckt. Heute zählen die Menschenaffen zu den bedrohtesten Arten der Welt - trotz einer leichten Erholung des Bestandes.

Bilderschau:
Vor genau 100 Jahren, am 17. Oktober 1902, wurden zum ersten Mal Berggorillas gesichtet. Passend zum Jahrestag meldet die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) jetzt, dass die Zahl der stark vom Aussterben bedrohten Menschenaffen langsam wieder ansteigt. Trotzdem sei die Art durch Jagd, Zerstörung des Lebensraums, Krankheiten und den Handel mit Gorillababys weiterhin extrem gefährdet, warnen die Naturschützer.

Die ersten 100 Jahre überlebt

Mehr in der Netzeitung:
Von 620 Tieren im Jahr 1996 sei die Zahl auf aktuell 674 angestiegen, so die Stiftung. Damit sei zumindest die Befürchtung ausgeräumt, die Berggorillas würden noch in dem Jahrhundert ausgerottet, in dem sie entdeckt wurden. Die nach ihrem deutschen Entdecker Robert von Beringe benannte Art Gorilla gorilla beringei lebt auf 2000 bis 4000 Metern Höhe in den nebelfeuchten Bergwäldern Ostafrikas. Die verbliebenen Individuen bilden zwei voneinander getrennte Populationen im Bwindi-Nationalpark in Uganda sowie in mehreren Parks in Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo.

«Die wenigen übrig gebliebenen Berggorillas müssen sich ihren Lebensraum mit mehr als 100.000 Menschen teilen», so Peter Stephenson, der Leiter des WWF-Programms für Afrika und Madagaskar. «Der Landhunger der Menschen führt dazu, dass das Revier der Gorillas gnadenlos zerstückelt wird.» Gleichzeitig locke die verbesserte Infrastruktur Jäger an, die das Fleisch der Affen als «Buschfleisch» an Holzarbeiter verkauften.

Schutzmaßnahmen erfolgreich

Mehr im Internet:
Milizen in der von Bürgerkriegen gebeutelten Region stellen eine weitere Gefahr für die Tiere dar. Auf ihren militärischen Streifzügen durch die Bergwälder ernähren sich die Soldaten auch vom Fleisch der Affen. Wie die anderen Menschenaffen-Arten auch sind Berggorillas besonders anfällig für solche Eingriffe in die Natur, da sie nur in kleinen Populationen vorkommen und nur wenig Nachwuchs zur Welt bringen.

Dass sich die Bestände trotzdem leicht erholt haben, schreiben die Tierschützer einem strikten Schutzprogramm zu, das 1991 ins Leben gerufen wurde. Seither versuchen Wildhüter, die Tiere zu schützen, während die Bevölkerung vor Ort zugleich von den Einnahmen aus naturverträglichem Tourismus mit geführten Wanderungen ins Gorilla-Gebiet profitiert. (nz/jkm)

 
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