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Dinosaurier mit Hasenzähnen

19. Sep 2002 10:10
Incisivosaurus gauthieri.
Einen merkwürdigen Dinosaurier-Schädel haben Forscher in China entdeckt. Eigentlich gehörte das Tier zu einer Familie von Fleisch fressenden Sauriern, doch seine Zähne ähneln denen eines Pflanzenfressers.

Chinesische Forscher haben die Überreste eines kleinen Dinosauriers mit einer auffälligen Schädelform entdeckt. Der Kopf des vermutlich aufrecht laufenden Tieres erinnert stark an einen Hasen. Die kurze flache Schnauze besitzt an ihrer Spitze zwei deutlich vorstehende Schneidezähne. Obwohl er zur Familie der Fleisch fressenden Oviraptoren gehörte, beschränkte sich der Saurier wohl auf pflanzliche Kost.

128 Millionen Jahre alt

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Xing Xu und seine Kollegen vom Institut für Paläontologie in Peking tauften ihren Fund Incisivosaurus gauthieri. Wie sie im Magazin «Nature» berichten, stammt das Fossil aus der Yixian-Formation in der Provinz Liaoning. Die Forscher fanden einem fast vollständigen Schädel von 10 Zentimetern Länge sowie einen Teil der Wirbelsäule. Die Überreste sind etwa 128 Millionen Jahre alt.

Überraschend ist die Zuordnung des Fundes zur Familie der aufrecht gehenden Oviraptoren. Diese Tiere lebten in der oberen Kreidezeit in Ostasien. Sie besaßen kurze Arme mit Krallenhänden sowie breite Köpfe mit kurzen Papageienschnäbeln. Auf Zähne konnten die bis zu 1,8 Meter großen Fleischfresser verzichten, stattdessen verfügten sie über sehr starke Kiefermuskeln. Vermutlich waren die Saurier Nesträuber, die sich auf Eier spezialisiert hatten - daher auch der Familienname Oviraptoridae, auf deutsch etwa «Eierdiebe».

Mögliches Bindeglied

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Ganz anders dagegen der jetzt entdeckte Saurier: Zwar besaß Incisivosaurus ebenfalls eine kurze, schnabelähnliche Schnauze, die die Hälfte des Kopfes ausmachte. Im Oberkiefer stecken aber vorn zwei hasenähnliche Scheidezähne. Im hinteren Kiefer finden sich sowohl oben wie unten Reihen kleiner Zähne, die nach Meinung der Forscher dem Zermahlen pflanzlicher Nahrung dienten.

Der vergleichsweise flache Schädel und die Zähne lassen nach Meinung der Forscher auf eine Verwandtschaft zu den Coeluriden schließen, einer Gruppe kleiner, aufrecht gehender Fleischfresser, die aus Funden in Nordamerika bekannt ist. Möglicherweise habe man mit dem neuen Fund ein Bindeglied zwischen Coeluriden und Oviraptoren gefunden, schreiben die Wissenschaftler.

Ihrer Meinung nach dürfte es sich bei Incisivosaurus um einen stark spezialisierten Vegetarier innerhalb der Fleisch liebenden Verwandtschaft gehandelt haben. Anders seien die Vorderzähne nicht zu erklären, die man so bisher nur bei Nagetieren gefunden habe. (nz/jkm)

 
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